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13.09.2026 – Die fünfte Erscheinung in Fatima

Fatima children with rosaries [2]Wenn man an diesem 13. September innehalten und einen Rückblick machen wollte, was sich denn hier in Fatima abspielt, so müsste man sagen, dass ein besorgtes liebendes Mutterherz vom Himmel gekommen ist, um ihre Kinder an die letzten Dinge zu erinnern – nämlich Tod     –      Himmel     –      Fegefeuer     –      Hölle.

Und weil die Gefahr sehr gross sein muss, dass wir unser Heil verwirken, schickt sie nicht etwa einen Engel als Boten, nein sie kommt selbst, ihr eigenes Unbeflecktes Herz darzubieten, um uns zu Umkehr und Busse zu mahnen durch Gebet (vornehmlich das Rosenkranzgebet) und Opfer.

Was zuvor geschah

Schon bei der ersten Erscheinung (13. Mai 1917) stellt Lucia die Frage, ob sie denn auch in den Himmel komme – und Jacintha und Francesco und schliesslich 2 verstorbene befreundete Mädchen. (Dies alles, nachdem die fragende Lucia von der schönen Dame die Auskunft erhalten hat, dass sie vom Himmel ist.)
Bei der zweiten Erscheinung, am 13. Juni, zeigt Maria in verschenkender Haltung ihr Unbeflecktes Herz, dessen Verehrung sie in der Welt begründen will. Dabei verspricht sie: «Jedem, der diese Verehrung bereitwillig annimmt, verspreche ich das ewige Heil. Diese Seelen werden Gott lieb sein wie Blumen, die ich selbst zum Schmuck seines Thrones hinstelle.»[1] [3]
Bei der dritten Erscheinung am 13. Juli sehen die Kinder die Hölle und die erschütternden Qualen der Verdammten.

kinder fatima nach hoellenvision [4]Schliesslich hatten die Kinder bei der vierten Erscheinung bereits eine gewaltige Bewährungsprobe überstanden. (Leiden und Opfer waren ihnen von der ersten Erscheinung an angekündigt worden.) Entführt und ins Gefängnis gesteckt blieben die Kinder selbst unter der Todesdrohung standhaft und verrieten nichts von dem Geheimnis, das ihnen durch die Himmelskönigin anvertraut war. Und an diesem 19. August[2] [5] spricht Maria davon, dass viele verloren gehen, weil niemand für sie betet und opfert.[3] [6]

Die Lage spitzt sich zu. Die Menschen haben durch Fatima Hoffnung geschöpft. Eine freimaurerische Regierung, religionsfeindliche Propaganda, kirchenfeindliche Gesetze, aufgelöste Klöster, viele des Landes verwiesene Priester – all das lastete schwer auf den gutgesinnten Menschen im Land.
Die Freimaurer und Feinde der Kirche sind inzwischen sehr nervös.[4] [7] Sie haben verstanden, dass sich hier ein Sturm zusammenbraut, der ihre gottlosen Ziele zunichtemachen kann. Die Gefangennahme und die (vergeblichen) Drohungen gegen die Kinder haben sich gegen sie selbst gewendet und Fatima noch anziehender und glaubwürdiger werden lassen.

 

Die fünfte Erscheinung am 13. September 1917

Die besonderen Zeichen dieser Erscheinung

Bereits 30.000 Menschen wohnen dieser fünften Erscheinung bei. Und wenn diese Menschen auch die Erscheinung der Gottesmutter selbst nicht sahen, so wurden doch auch den hoffnungsvoll angereisten Pilgern wunderbare Zeichen gegeben, dass hier sich wahrhaft etwas Grosses vom Himmel anbahnt. Für den kommenden 13. Oktober hatten die Kinder ein Wunder angekündigt, auf dass alle glauben (können). Die vielen Zeichen, die die Pilger erleben durften, sollten ihnen die Gewissheit geben, dass sie am 13. Oktober nicht vergebens nach Fatima kommen werden.

Lassen wir Pater Stehlin erzählen, was an jenem Tag geschah:

P. Quaresma, der später Generalvikar der Diözese Leiria wurde, war am 13. September mit zwei anderen Priestern ebenfalls anwesend: „Mit grossem Erstaunen sah ich klar und deutlich eine leuchtende Kugel, die sich von Osten nach Westen bewegte und langsam und majestätisch durch die Luft schwebte. Meine Freunde schauten ebenfalls auf und hatten das Glück, die gleiche unerwartete und wunderbare Vision zu erleben. Plötzlich verschwand die Kugel mit ihrem ausserordentlichen Licht. Neben uns stand ein kleines Mädchen, das genauso wie Lucia gekleidet und etwa gleich alt war. Sie hörte nicht auf voll Freude zu rufen: «Ich sehe es immer noch! Jetzt kommt es nach unten.» Dann liess die Helligkeit der Sonne nach und die ganze Umgebung wurde goldgelb. Einige Menschen berichteten sogar, sie hätten die Sterne am Himmel erkennen können.
…
Während der Dauer der Erscheinung genoss die Mehrheit der Pilger ein wunderbares Schauspiel: Sie sahen einen Regen weisser Blütenblätter vom Himmel fallen, oder runde, glänzende Schneeflocken, die langsam niederfielen und verschwanden, als sie den Boden berührten. Ein anderes Zeichen ihrer Gegenwart war eine „lieblich anzusehende Wolke, die sich um die gewölbte Baumkrone des kleinen Baumes formte. Sie erhob sich vom Boden erhebend, wurde grösser und schwebte dann in die Luft, bis sie etwa fünf oder sechs Meter hoch war. Dann verschwand sie wie Rauch, der durch einen Windhauch weggeblasen wird […] All dies sah aus, als ob unsichtbare Thuriferare wie bei der Liturgie die ganze Erscheinung mit Weihrauch beräuchern würden.“

In seinem Brief zur Anerkennung der Erscheinungen von Fatima erklärte der Bischof von Leiria dieses Phänomen als „menschlich gesprochen unerklärlich“.

Am Ende der Erscheinung konnte die leuchtende Kugel wieder beobachtet werden, wie sie sich in die Luft erhob und die Cova da Iria in Richtung Osten verliess. P. Quaresma schliesst: „Die Kinder hatten die Muttergottes selbst gesehen, während es uns nur erlaubt war, die ‚Transportmittel‘ zu sehen, die sie vom Himmel in die unwirtliche Wüste der Serra de Aire brachten.“[5] [8]

Mitteilungen der Gottesmutter

Lassen wir wiederum P. Stehlin zu Worte kommen:

Lucia: „Was wünscht Ihr von mir?”

Unsere Liebe Frau: „Betet weiterhin den Rosenkranz um das Ende des Krieges zu erbitten. Im Oktober wird unser Herr kommen, ebenso Unsere Liebe Frau von den Schmerzen und Unsere Liebe Frau vom Berge Karmel. Auch der heilige Joseph wird mit dem Jesuskind erscheinen, um die Welt zu segnen. Gott ist zufrieden mit euren Opfern. Er möchte nicht, dass ihr mit einem Strick schlaft, tragt ihn nur tagsüber.”

Lucia: „Man hat mir gesagt, ich solle Euch um viele Dinge bitten, die Heilung von Kranken, eines Taubstummen […].”

Unsere Liebe Frau: „Ja, ich werde einige heilen, andere aber nicht, denn unser Herr vertraut ihnen nicht.”

Lucia: „Die Menschen möchten gerne eine Kapelle hier haben.” Unsere Liebe Frau: „Von der Hälfte des Geldes lasst die Tragen anfertigen, die am Fest Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz in einer Prozession getragen werden sollen; die andere Hälfte ist für die Kapelle.”

Dann sagte Lucia, dass sie ihr zwei Briefe und eine kleine Flasche parfümiertes Wasser schenken soll, die von einem Mann aus der Gemeinde Olival gespendet worden seien. Als sie ihr diese anbot, sagte sie zu ihr:

„Man hat mir diese Dinge gegeben. Möchten Sie sie haben?”

Unsere Liebe Frau: „Diese Dinge braucht man im Himmel nicht. Im Oktober werde ich ein Wunder wirken, sodass alle glauben können.”

Dann begann sich Unsere Liebe Frau wie üblich zu erheben und verschwand.

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Ein opferbereites Herz

Es lohnt sich, alle diese Worte der Himmelskönigin zu betrachten. Eine ihrer Mitteilungen soll hier herausgegriffen werden: Maria versichert, dass Gott mit den Opfern der Kinder zufrieden ist. Den (schmerzhaften) Strick sollen sie nur tagsüber tragen. Wir werden nicht fähig sein und sollen es wohl auch nicht, im Alltag zu solch drastischen Mitteln zu greifen. Doch sollen auch wir unseren Eigenwillen so viel als möglich bezähmen, die Standespflichten, Beruf, Familie mit aufopfernder Hingabe erfüllen.  Auch in uns soll die Bereitschaft sein, für alle Menschen unserer Umgebung, auch die «Schwierigen» von Herzen zu beten, Fehler der Mitmenschen geduldig zu ertragen, wie wir dieses ja auch für uns wünschen.

Liebe Gottesmutter – Schenke doch auch uns ein opferbereites Herz, das deinem göttlichen Sohn und Dir aufrichtig zugetan ist, zum Heil unserer selbst und unserer Nächsten, so vielen leidenden und verirrten Seelen.

 

 

[1] [10] P. Karl Stehlin   Fatima – Leitstern für die letzten Zeiten   Band 1; S.77

[2] [11] Dieses Mal nicht am 13. August, weil die Kinder an diesem Tag im Gefängnis waren. Die Mutter Gottes erschien ihnen dann (wohl auch zum Trost nach dem nervenaufreibenden Geschehen) am 19. August.

[3] [12] Pius XII spricht in seiner Enzyklika «Mystici corporis» von dem schaudererregenden Geheimnis, dass das Heil vieler Seelen von den grossherzigen Opfern abhängt, die gläubige Seelen auf sich nehmen

[4] [13] Tatsächlich haben die Feinde der Kirche alles darangesetzt, Fatima zu vernichten. Doch im Kampf gegen die Gottesmutter erlebten sie eine Niederlage nach der anderen. Das Sonnenwunder liess sie fassungslos zurück. Die Sprengung der ersten Fatima Kapelle (1921) hat dazu geführt, dass die Menschen noch zahlreicher nach Fatima gepilgert sind. Auf der politischen Bühne erlebten sie reihenweise Wahlniederlagen. Schliesslich kam 1926 mit Antonio Salazar ein tiefgläubiger Mann an die Regierungsspitze Portugals. Portugal wurde feierlich dem Unbefleckten Herzen geweiht. Weder im spanischen Bürgerkrieg noch im 2. Weltkrieg fiel in Portugal auch nur ein Schuss. Die Priesterseminare füllten sich in schwindelerregenden Zahlen …

[5] [14] P. Stehlin S.127ff

 

Bilder:

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