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15.08.2026 Fest Maria Himmelfahrt

Bild1 [2]Maria Himmelfahrt – Triumph der Himmelskönigin

Was für ein Tag der Freude! Am 15. August feiern wir den glorreichen Triumph der Gottesmutter: Maria wird mit Leib und Seele in die himmlische Herrlichkeit aufgenommen und steht nun als Königin des Himmels und Mutter der Barmherzigkeit vor ihrem göttlichen Sohn.

Der hl. Alfons Maria von Liguori zeigt uns, wie gross die Macht und Barmherzigkeit Mariens für die armen Sünder ist. Selbst in der letzten Stunde kann sie noch Gnaden erflehen und eine Seele retten.

„Misericordiam peto pro miseris – Ich bitte um Barmherzigkeit für die Elenden.“

Was für ein Tag der Freude!

Bild2 [3]Dieser Triumpf der Himmelskönigin, unserer himmlischen Mutter, wie sie auffährt in die ewige Herrlichkeit zu demjenigen, von dem sie in alle Ewigkeit sagen kann – mein Sohn.

Es ist keine Frage, dass die Kirche diesen Tag als Festtag 1. Klasse feiert. «Wer bist du o Immaculata» betitelt Pater Stehlin ein eigenes Buch in Anlehnung an Pater Kolbe. Aber schon 200 Jahre vor P. Kolbe beschreibt ein anderer Heiliger, wer hier aufgefahren ist – mit tiefer Kenntnis von den Zeugnissen der Kirchenväter, von Kirchenlehrern und Heiligen durch den Lauf der Jahrhunderte der Christenheit, nämlich der heilige Alfons Maria von Ligouri (1697  – 1787) in seinem Werk «Die Herrlichkeiten Mariens»[1] [4]

In diesem Werk schreibt der Heilige in Auslegung des ‘Salve Regina`, des ‘Gegrüsst seist du o Königin, Mutter der Barmherzigkeit folgendes:

Bild7 [5]«Da die erhabene Jungfrau Maria zur Mutter des Königs der Könige erhoben wurde, so ehrt sie mit Recht die heilige Kirche und will, dass sie von allen mit dem glorreichen Titel einer Königin geehrt werde. ‘Wenn der Sohn König ist’, sagt der heilige Athanasius, ‘so muss gerechterweise auch die Mutter eine Königin genannt werden. ‘Von dem Augenblick an’, erklärt auch der heilige Bernhardin von Siena, ‘da Maria ihre Einwilligung gab, die Mutter des ewigen Wortes zu werden, hat sie verdient, zur Königin der Welt und aller Kreaturen erhoben zu werden’.

‘Wenn der Leib Mariens’, schliesst der heilige Abt Arnold von Chartres, ‘nicht verschieden war von dem Jesu Christi, wie könnte die Mutter von der Teilnahme an der Herrschaft ihres Sohnes ausgeschlossen sein? Daraus darf man annehmen, dass die Oberherrlichkeit zwischen Mutter und Sohn nicht gemeinschaftlich, vielmehr in beiden dieselbe ist’. ‘Wenn Jesus König des Weltalls ist, so ist auch Maria Königin des Weltalls’, so der Abt Rupertus. Und der heilige Bernhardin von Siena sagt: ‘So viele Diener hat die glorreiche Jungfrau, als es Geschöpfe gibt, die der heiligsten Dreieinigkeit dienen. Denn alle Kreaturen, seien es Engel oder Menschen, alles, was im Himmel und auf Erden ist, alles ist dieser glorreichen Jungfrau untertan, weil alles der göttlichen Herrschaft unterworfen ist.’[2] [6]

Mutter der Barmherzigkeit

Und in der Auslegung der Worte des Salve Regina: ‘Wende deine barmherzigen Augen uns zu’ schreibt der hl. Alfons Maria:

«… Mit Recht wird die allerseligste Jungfrau darum von dem hl. Andreas Avellino die Geschäftsführerin des Himmels genannt, weil sie unablässig mit Werken der Barmherzigkeit beschäftigt ist, indem sie allen, den Gerechten wie den Sündern, Gnaden erfleht. Der Herr hat seine Augen auf die Gerechten gewandt, sagt David: ‘Oculi Domini super justos’ (Ps 33,16). Aber die Augen unserer Herrin, sagt Richard von St. Lorenz, sind sowohl den Gerechten wie den Sündern zugewandt; denn die Augen Mariens sind nach ihm Augen einer Mutter, und eine Mutter schaut auf ihr Kind, nicht bloss, dass es nicht falle, sondern dass sie, ist es gefallen, es wieder aufhebe.

Dieses offenbarte auch Jesus Christus selbst der heiligen Brigitta, indem er sie die Worte an seine Mutter vernehmen liess: ‘Mater, pete, quid vis a me – Mutter verlange von mir, was du willst’

Das ist die Sprache, die Jesus beständig im Himmel mit Maria führt, da es seine Lust ist, seiner geliebten Mutter in allem, was sie verlangt, zu willfahren. Aber was verlangt Maria? Die heilige Brigitta vernahm, wie sie ihrem Sohn erwiderte: ‘Misericordiam peto pro miseris – ich bitte um Barmherzigkeit für die Elenden’, als wolle sie sagen: ‘Mein Sohn, du hast mich bestimmt, Mutter der Barmherzigkeit, Zuflucht der Sünder, Fürsprecherin der Elenden zu sein, und du sagst mir, ich solle dich bitten, worum ich will. Was kann ich nun anderes verlangen, als dass du den Elenden Barmherzigkeit erzeigst?»[3] [7]   

Bild8 [8]Ein Beispiel

Der Heilige Alfons Maria führt in seinem Werk ein sehr drastisches Beispiel an, das dem Leser die unerhörte Gnadenfülle der Gottesmutter zeigt, die jeden zu retten vermag: (auch wenn wir gemahnt sind, auf keinen Fall vermessentlich auf die Barmherzigkeit Gottes zu sündigen.)

«Im Leben der Schwester Katharina vom hl. Augustinus wird erzählt, dass sich an dem Ort, wo diese Dienerin Gottes lebte, eine Frau, namens Maria befand, welche in ihrer Jugend eine Sünderin war und noch im Alter hartnäckig in ihrer Verkehrtheit beharrte. Endlich wurde sie von den Einwohnern des Dorfes verjagt und in eine Höhle ausserhalb ihres Gebietes verwiesen, wo sie halbverfault, von allen verlassen, ohne Sakramente dahinstarb. Daher wurde sie auf freiem Feld wie ein Tier eingescharrt. Schwester Katharina pflegte sonst alle abgeschiedenen Seelen mit grosser Liebe Gott anzuempfehlen. Aber nachdem sie von dem unseligen Tod dieser armen Alten erfahren hatte, dachte sie gar nicht daran, für sie zu beten, weil sie wie alle anderen dieselbe für verdammt hielt.  Doch siehe! Nach Ablauf von vier Jahren erscheint vor ihr eines Tages eine Seele aus dem Fegefeuer, die zu ihr spricht: ‘Schwester Katharina, wie unglücklich ist doch mein Los! Du empfiehlst Gott die Seelen aller Verstorbenen, nur mit meiner Seele hast du kein Mitleid. ’ ‘Wer bist du denn? ’ sagte die Dienerin Gottes. –  ‘Ich bin’, war die Antwort, ‘jene Maria, welche in der Höhle gestorben ist. ’  ‘Wie? Du bist selig geworden’, fragte Schwester Katharina wiederum. ‘Ja, ich bin gerettet’, versetzte sie, ‘durch die Barmherzigkeit der Jungfrau Maria. ’  –  ‘Aber wie ist das geschehen? ’  –  ‘Da ich den Augenblick des Todes nahen fühlte, und mich so voll von Sünden und verlassen sah, so wandte ich mich an die Mutter Gottes und redete sie an: Meine Herrin, du bist die Zuflucht der Verlassenen; siehe, jetzt bin ich von allen verlassen. Du bist meine einzige Hoffnung. Du allein kannst mir noch helfen. Habe Mitleid mit mir! Die seligste Jungfrau erlangte mir die Gnade, einen Akt der Reue zu erwecken. Ich starb und ward gerettet.

Zugleich hat mir meine Königin auch die Gnade erlangt, dass meine Strafe abgekürzt wurde, indem sie bewirkte, dass ich durch schärfere Leiden abbüssen durfte, was ich sonst durch viele Jahre lange Pein hätte abbüssen müssen. Es mangeln mir nur noch einige heilige Messen, um aus dem Fegefeuer befreit zu werden. Ich bitte dich, lasse sie für mich lesen. Ich verspreche dir dafür, immer bei Gott und Maria für dich zu bitten.»

Schwester Katharina liess alsogleich die heiligen Messen lesen, und siehe da, wenige Tage darauf erschien ihr die Seele von neuem, leuchtender als die Sonne und sprach zu ihr: ‘Ich danke dir, Katharina; siehe jetzt gehe ich in den Himmel ein, um die Erbarmungen meines Gottes zu preisen und für dich zu beten. ’»

Soweit die Ausführungen des heiligen Alfons Maria

Bild5 [9]Maria, Himmelskönigin und Gottesmutter, Zuflucht der Sünder und Mutter der Barmherzigkeit:

Wenn doch nur alle Menschenkinder zu dir kommen möchten!

Du kannst jeden retten und niemals vermag der böse Feind etwas gegen dich.

Und als Königin der Apostel wird dein Sohn es dir nicht verwehren, heilige Apostel zu erhalten, die die armen Sünder zu deinem Sohne führen.

[1] [10] Dieses Werk vom hl. Alfons Maria von Ligouri zeigt sehr schön, dass kein Dogma einfach ‘vom Himmel fällt.’  Die tiefe Kenntnis des Heiligen von den Kirchenvätern, von Kirchenlehrern, den Päpsten und vielen Heiligen lassen wunderbar erkennen, warum Papst Pius XII dieses Dogma am 1. November 1950 verkünden konnte.Bild6 [11]

[2] [12] Alfons Maria von Ligouri  «Die Herrlichkeiten Mariens» S.23f  Hrsg P. Klemens Kiser 1991

[3] [13] Alfons Maria von Ligouri  «Die Herrlichkeiten Mariens» S.177f  Hrsg P. Klemens Kiser 1991

 

Abbildung 1/2 Von Juan Martín Cabezalero – The Yorck Project (2002) 10.000 Meisterwerke der Malerei (DVD-ROM), distributed by DIRECTMEDIA Publishing GmbH. ISBN: 3936122202., Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=148958 [14]

Abbildung 2  Von Tizian – The Yorck Project (2002) 10.000 Meisterwerke der Malerei (DVD-ROM), distributed by DIRECTMEDIA Publishing GmbH. ISBN: 3936122202., Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=159518 [15]

Abbildung 3 https://m-i.info/wp-content/uploads/2018/11/Barmherzigkeit.jpg

Abbildung 4 By Matthias Stom – https://rkd.nl/nl/explore/images/293450, Public Domain,   https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=125599696 [16]

Abbildung 5  https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Peter_Candid_-_Assumption_of_Mary.jpg