{"id":117676,"date":"2025-08-13T20:57:15","date_gmt":"2025-08-13T18:57:15","guid":{"rendered":"https:\/\/m-i.info\/?p=117676"},"modified":"2025-08-13T21:20:09","modified_gmt":"2025-08-13T19:20:09","slug":"sant-andrea-delle-fratte-rom","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/m-i.info\/de\/sant-andrea-delle-fratte-rom\/","title":{"rendered":"Rom: Sant\u2019Andrea delle Fratte und das Wunder mit der Wundert\u00e4tigen Medaille"},"content":{"rendered":"<div class=\"mdp-speaker-wrapper\">\n            Artikel vorlesen:\n            \n            \n            \n            <div class=\"mdp-speaker-box mdp-speaker-box before-content speaker-wp-default\">\n                <div class=\"mdp-speaker-player\"  data-type=\"speaker-wp-default\" data-id=\"117676\" data-src=\"https:\/\/m-i.info\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/2025-08-13_Ratisbonne.mp3\" data-download=\"1\" data-speeds=\"0.5,0.75,1,1.25,1.5\" data-share=\"\" >\n                    <audio aria-label=\"Audio von Rom: Sant\u2019Andrea delle Fratte und das Wunder mit der Wundert\u00e4tigen Medaille\"class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-117676-1\" preload=\"metadata\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/m-i.info\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/2025-08-13_Ratisbonne.mp3?_=1\" \/><a href=\"https:\/\/m-i.info\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/2025-08-13_Ratisbonne.mp3\">https:\/\/m-i.info\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/2025-08-13_Ratisbonne.mp3<\/a><\/audio>\n                <\/div>\n            <\/div>\n            \n            \n            \n            \n\t\t\t<\/div><p><a href=\"https:\/\/m-i.info\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/2025-08-12-andrea-delle-fratte-gemaelde.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-117731\" src=\"https:\/\/m-i.info\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/2025-08-12-andrea-delle-fratte-gemaelde.jpg\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"192\" title=\"\" srcset=\"https:\/\/m-i.info\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/2025-08-12-andrea-delle-fratte-gemaelde.jpg 780w, https:\/\/m-i.info\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/2025-08-12-andrea-delle-fratte-gemaelde-300x231.jpg 300w, https:\/\/m-i.info\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/2025-08-12-andrea-delle-fratte-gemaelde-768x591.jpg 768w, https:\/\/m-i.info\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/2025-08-12-andrea-delle-fratte-gemaelde-425x327.jpg 425w, https:\/\/m-i.info\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/2025-08-12-andrea-delle-fratte-gemaelde-600x462.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><\/a>Wer als MI-Mitglied oder gl\u00e4ubiger Katholik Rom besucht, dem sei herzlich empfohlen, die eher unscheinbare Kirche Sant\u2019Andrea delle Fratte (<a href=\"https:\/\/maps.app.goo.gl\/BMd1qgS9iPxcREk18\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Google Maps<\/a>) aufzusuchen. Denn hier ereignete sich am 20. Januar 1842 ein gro\u00dfes Wunder: Der j\u00fcdische Bankierssohn Alphonse Ratisbonne, ein \u00fcberzeugter Gegner der Kirche, hatte eine Marienerscheinung an einem Seitenaltar. Dieses Erlebnis f\u00fchrte zu seiner sofortigen Bekehrung und sp\u00e4teren Priesterweihe.<\/p>\n<p>Das Bild jenes Seitenaltarbildes ist auch das vielfach in der MI verwendete Marienbild \u2013 so etwa auf dem Hauptbanner unserer Webseite. An diesem Ort feierte zudem der hl. Maximilian Kolbe am 29. April 1918 seine erste heilige Messe (Primiz).<\/p>\n<p>Nachstehend die Beschreibung des Wunders mit der Wundert\u00e4tigen Medaille.<\/p>\n<h3>Die Bekehrung des Juden Alphons Ratisbonne \u2013 ein Wunder der Wundert\u00e4tigen Medaille<\/h3>\n<p>Die folgende Beschreibung der Bekehrung des Juden Alphons Ratisbonne basiert auf einem Bericht, der auf dem Blog von Plinio Corr\u00eaa de Oliveira erschienen ist. In diesem l\u00e4sst er den Bekehrten \u00fcber weite Strecken selbst erz\u00e4hlen, was sich an jenem 20. Januar 184<img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-117694 alignright\" src=\"https:\/\/m-i.info\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SantAndreaFratteCappellaMadonna-SteO153-225x300.jpeg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" title=\"\" srcset=\"https:\/\/m-i.info\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SantAndreaFratteCappellaMadonna-SteO153-225x300.jpeg 225w, https:\/\/m-i.info\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SantAndreaFratteCappellaMadonna-SteO153-768x1024.jpeg 768w, https:\/\/m-i.info\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SantAndreaFratteCappellaMadonna-SteO153-1152x1536.jpeg 1152w, https:\/\/m-i.info\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SantAndreaFratteCappellaMadonna-SteO153-413x550.jpeg 413w, https:\/\/m-i.info\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SantAndreaFratteCappellaMadonna-SteO153-600x800.jpeg 600w, https:\/\/m-i.info\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SantAndreaFratteCappellaMadonna-SteO153.jpeg 1536w\" sizes=\"(max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/>2 in der Kirche Sant\u2019Andrea delle Fratte ereignet hat \u2013 aber auch, was sich in den Tagen und Wochen davor abspielte, auf wunderbare Weise von der g\u00f6ttlichen Vorsehung gelenkt.<\/p>\n<p>Bei diesem Ereignis bekehrte sich der Jude und Kirchengegner \u2013 zumindest der Kirche zutiefst abgeneigte \u2013 Alphons Ratisbonne schlagartig, als ihm die Heilige Jungfrau erschien, und zwar in der Gestalt, wie sie auf der Wundert\u00e4tigen Medaille dargestellt ist. Zu diesem Zeitpunkt trug Ratisbonne die Medaille aufgrund einer Herausforderung durch einen Bekannten, den Baron de Bussi\u00e8re, quasi als \u201eMutprobe\u201c um den Hals. Der Baron hatte ihn auch dazu bewegen k\u00f6nnen, das <em>Memorare<\/em>\u00a0abzuschreiben und t\u00e4glich zu beten \u2013 jenes Gebet:<\/p>\n<p><em>\u201eGedenke, o g\u00fctigste Jungfrau Maria, es ist noch nie geh\u00f6rt worden, dass jemand, der zu dir seine Zuflucht nahm, deine Hilfe anrief und um deine F\u00fcrbitte flehte, von dir verlassen worden sei. Von diesem Vertrauen beseelt, nehme ich meine Zuflucht zu dir, o Jungfrau der Jungfrauen, meine Mutter. Zu dir komme ich, vor dir stehe ich als ein s\u00fcndiger Mensch. O Mutter des Ewigen Wortes, verschm\u00e4he nicht meine Worte, sondern h\u00f6re sie gn\u00e4dig an und erh\u00f6re mich.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Alphons wunderte sich selbst, dass ihm dieses Gebet nicht mehr aus dem Kopf ging.<\/p>\n<p>Am 15. Januar 1842, als er sich \u00fcberreden lie\u00df, die Medaille zu tragen, legte er sie sich um den Hals, brach in schallendes Gel\u00e4chter aus und rief sp\u00f6ttisch:<\/p>\n<p>\u201eHa, ha! Nun bin ich auf einen Schlag katholisch, apostolisch und ein R\u00f6mer!\u201c<br \/>\nUnd er f\u00fcgte hinzu: \u201eDer Teufel prophezeite die Wahrheit aus meinem Mund!\u201c<\/p>\n<p>F\u00fcnf Tage sp\u00e4ter sollte Alphons Ratisbonne tats\u00e4chlich katholisch und \u00a0apostolisch und ein R\u00f6mer sein.<\/p>\n<p>Auch in der folgenden Kurzfassung wird Alphons Ratisbonne h\u00e4ufig selbst zu Wort kommen.<\/p>\n<h3>Die Person Alphons Ratisbonne<\/h3>\n<p>Lassen wir ihn, den Juden aus Stra\u00dfburg, selbst sprechen:<\/p>\n<p>\u201eEs war ungef\u00e4hr im Jahre 1825 (ich bin am 1. Mai 1814 geboren), als sich mein Bruder Theodor, auf den alle gro\u00dfe Hoffnungen gesetzt hatten, als Christ bekannte. Obwohl er mit seiner Entscheidung viel Sorge und Schmerz verursacht hatte, verlie\u00df er die Familie, wurde Priester und \u00fcbte sein Amt in der Heimatstadt unter den trostlosen Blicken unserer Eltern aus. Damals war ich jung, und das Verhalten meines Bruders war mir zuwider. Ich begann, sein Priestergewand und seinen Charakter zu hassen. Ich war unter jungen Christen aufgewachsen, die wie ich selbst gleichg\u00fcltig gegen\u00fcber dem Glauben waren. Ich versp\u00fcrte weder Wohlwollen noch Abneigung gegen\u00fcber dem Christentum. Doch durch die Bekehrung meines Bruders, die in meinen Augen einem unerkl\u00e4rlichen Antrieb von Wahnsinn zuzuschreiben war, glaubte ich nun an einen Fanatismus der Katholiken, der mich zutiefst erschreckte. \u2026\u201c<\/p>\n<p>\u201eDamals verf\u00fcgte ich \u00fcber mein gesamtes Hab und Gut, da meine Mutter starb, als ich noch ein Kind war, und einige Jahre sp\u00e4ter auch mein Vater. Doch ich hatte noch einen achtbaren Onkel, den Patriarchen meiner Familie, der f\u00fcr mich wie ein zweiter Vater war. Er widmete sich mir und meinem Bruder mit voller Liebe, da er selbst keine Kinder hatte.\u201c<\/p>\n<p>Alphons konnte also ein Leben in Reichtum, Festen, Reisen und Vergn\u00fcgungen f\u00fchren \u2013 was er auch tat, ohne sich jedoch lasterhaften Ausschweifungen hinzugeben. Dennoch war sein Leben leer, und er f\u00fchlte sich nicht gl\u00fccklich. Schlie\u00dflich glaubte er, das endg\u00fcltige Gl\u00fcck in der Person seiner wundersch\u00f6nen Nichte gefunden zu haben, die er zu heiraten gedachte und mit der er bereits verlobt war. Wegen ihres jugendlichen Alters (16 Jahre) kam die Familie \u00fcberein, dass er noch etwas zuwarten solle. Um diese Zeit zu \u00fcberbr\u00fccken, plante er eine Reise nach Malta, um dort den Winter zu verbringen und im milden Mittelmeerklima seine leicht angeschlagene Gesundheit zu kurieren.<\/p>\n<p>So kam es zu jener schicksalhaften Reise, die ihn letztlich nach Rom f\u00fchren und sein ganzes Leben ver\u00e4ndern sollte.<strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<h3>Der 20. Januar 1842 \u2013 der Tag, an dem das Wunder geschah<img decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-117678 alignright\" src=\"https:\/\/m-i.info\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Alphonse_Ratisbonne_Erscheinung-200x300.jpeg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"300\" title=\"\" srcset=\"https:\/\/m-i.info\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Alphonse_Ratisbonne_Erscheinung-200x300.jpeg 200w, https:\/\/m-i.info\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Alphonse_Ratisbonne_Erscheinung-367x550.jpeg 367w, https:\/\/m-i.info\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Alphonse_Ratisbonne_Erscheinung-600x900.jpeg 600w, https:\/\/m-i.info\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Alphonse_Ratisbonne_Erscheinung.jpeg 640w\" sizes=\"(max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><\/h3>\n<p>Was genau in dieser g\u00f6ttlichen Gnadenstunde geschah, schildert Ratisbonne selbst in Briefen und in einer eidesstattlichen Erkl\u00e4rung an das r\u00f6mische Vikariat, das die Echtheit des Ereignisses pr\u00fcfen musste:<\/p>\n<p>\u201ePl\u00f6tzlich sah ich eine Art Schleier vor mir. Die Kirche schien bis auf eine Kapelle v\u00f6llig im Dunkeln zu liegen, als ob sich das gesamte Licht dort gesammelt h\u00e4tte. Ich blickte auf diese hell erleuchtete Kapelle und sah auf deren Altar die Allerheiligste Jungfrau Maria! Sie stand da \u2013 lebendig, gro\u00df, m\u00e4chtig, wundersch\u00f6n und gn\u00e4dig. Ihr Gesichtsausdruck und ihre Pose waren dieselben wie auf der Medaille. Sie lie\u00df mich mit einer Handgeste verstehen, dass ich mich niederknien solle. Eine unwiderstehliche Kraft zog mich zu ihr hin und schien mir zu sagen: \u201aSo ist es genug.\u2018 Zwar sprach sie diese Worte nicht aus, doch ich h\u00f6rte sie trotzdem.\u201c<\/p>\n<p>\u201eBeim Anblick der Mutter Gottes fiel ich sofort auf die Knie. Ich versuchte mehrmals, den Blick zu heben, um sie anzusehen, doch meine Ehrfurcht und der Glanz, den sie ausstrahlte, gestatteten es mir nicht. Ich sah auf ihre H\u00e4nde und erkannte darin Vergebung und Barmherzigkeit. Ohne dass sie ein Wort sprach, verstand ich durch ihre Gegenwart, dass ich in S\u00fcnde lebte und dass die katholische Religion die Wahrheit war. Kurzum: Mir wurde alles klar.\u201c<\/p>\n<h3>Die unfehlbare Weisheit der g\u00f6ttlichen Vorsehung \u2013 vom Saulus zum Paulus<\/h3>\n<p>Wenn man die Lebensbeschreibung von Alphons Ratisbonne liest, kann man nicht umhin, staunend und ehrf\u00fcrchtig die unfehlbare Weisheit der g\u00f6ttlichen Vorsehung zu bewundern. Zu keiner Zeit hat der liebe Gott den freien Willen dieses Mannes beeintr\u00e4chtigt \u2013 und dennoch traf Ratisbonne Entscheidungen, deren tiefere Bedeutung sich ihm erst im Nachhinein erschloss:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-117686 alignleft\" src=\"https:\/\/m-i.info\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Alphonse_Ratisbonne-186x300.jpeg\" alt=\"\" width=\"186\" height=\"300\" title=\"\" srcset=\"https:\/\/m-i.info\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Alphonse_Ratisbonne-186x300.jpeg 186w, https:\/\/m-i.info\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Alphonse_Ratisbonne-341x550.jpeg 341w, https:\/\/m-i.info\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Alphonse_Ratisbonne.jpeg 370w\" sizes=\"(max-width: 186px) 100vw, 186px\" \/>Als er von Stra\u00dfburg aufbrach, hatte er keineswegs die Absicht, Rom zu besuchen. Sein Ziel war Malta, mit Zwischenstationen in Marseille, Neapel, Sizilien und schlie\u00dflich Malta selbst. Eine Einladung seiner Schwester nach Paris hatte er ausgeschlagen, ebenso ein Angebot eines Freundes, nach Spanien zu reisen. Nein, er hatte sich entschlossen, nach Malta zu fahren \u2013 mit der ersten Station auf italienischem Boden in Neapel.<\/p>\n<p>Von dort wollte er weiter nach Sizilien, doch das Schiff fuhr nicht ab, und so verbrachte er den Neujahrstag 1842 in dieser fremden Stadt am Vesuv. Noch bei seiner Ankunft hatte er den Sonnenuntergang und das rauchige Farbenspiel des Vulkans bewundert. Doch am Neujahrstag war er in trauriger, gedr\u00fcckter Stimmung. Er schlenderte einsam durch die Stra\u00dfen, betrat eine Kirche und begann \u2013 unerkl\u00e4rlicherweise \u2013 f\u00fcr seine Lieben zu beten: f\u00fcr seine Verlobte, seinen Onkel, seine verstorbenen Eltern. Auch bat er um den \u201erichtigen Antrieb\u201c, um sein festes Vorhaben zu verwirklichen: das Schicksal der Juden zu verbessern. Seine Traurigkeit wich, und er hatte \u2013 verbunden mit einer tiefen Freude \u2013 den festen Eindruck, dass sein Gebet erh\u00f6rt worden war.<\/p>\n<p>Als er dann nach Sizilien weiterreisen wollte, unterlief ihm ein ihm selbst unerkl\u00e4rlicher Fehler: Statt ein Schiff nach Palermo zu buchen, entschied er sich f\u00fcr eine Kutschenreise nach Rom! Dort traf er auf Baron Theodor de Bussi\u00e8re, dessen Sohn Gustav ein ehemaliger Schulfreund von Alphons war. Der Baron, ein vom Protestantismus zum Katholizismus konvertierter Mann, war \u2013 so viel wusste Alphons \u2013 ein pers\u00f6nlicher Freund seines verhassten Bruders Theodor Ratisbonne. Dies verst\u00e4rkte seine Abneigung gegen ihn.<\/p>\n<p>Und dennoch: Wegen dieses Mannes, den er gerade erst kennengelernt hatte, verschob er seine Weiterreise nach Sizilien \u2013 etwas, das er sich selbst nicht erkl\u00e4ren konnte. Selbst engen Freunden gegen\u00fcber hatte er zuvor seine Reisepl\u00e4ne nie ge\u00e4ndert. Und nun tat er es. Er wunderte sich \u00fcber sich selbst.<\/p>\n<p>Von diesem Mann nahm er schlie\u00dflich auch die Herausforderung an, die Wundert\u00e4tige Medaille zu tragen \u2013 etwas, das er eigentlich als l\u00e4cherlich empfand. Doch er rechtfertigte es vor sich selbst damit, dass er diese Episode zu Hause mit Spott erz\u00e4hlen und damit wohl gro\u00dfen Beifall und Gel\u00e4chter ernten w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Als er dann am Erscheinungstag mit der Kutsche und in Begleitung von Baron de Bussi\u00e8re vor der Kirche Sant\u2019Andrea delle Fratte stand, h\u00e4tte er \u2013 wie vom Baron vorgeschlagen \u2013 in der Kutsche warten k\u00f6nnen. Der Baron selbst musste wegen einer anstehenden Beerdigung mit dem Priester sprechen. Doch Alphons entschied sich \u2013 vermutlich aus Langeweile \u2013 dazu, die Kirche zu betreten. Ein Besuch, der sein ganzes Leben ver\u00e4ndern sollte.<\/p>\n<p>Gott hatte von Ewigkeit her gewusst, dass dieser Jude am 20. Januar 1842 diese Kirche betreten w\u00fcrde \u2013 und dass er ihm durch die Vermittlung seiner heiligsten Mutter die Gnade der Bekehrung schenken w\u00fcrde. Und von Ewigkeit her wusste Gott, dass dieser Mann die Gnade nicht abweisen, sondern sie annehmen und als Priester und Werkzeug bereitwillig helfen w\u00fcrde, eine m\u00f6glichst gro\u00dfe Zahl seines auserw\u00e4hlten Volkes nach Hause \u2013 in den Scho\u00df der Kirche \u2013 zu f\u00fchren.<\/p>\n<p>Dieses eindrucksvolle Wunder im Zusammenhang mit der Wundert\u00e4tigen Medaille erinnert in frappierender Weise an die Bekehrung des Saulus zum Paulus. W\u00e4hrend der eine als fanatischer Christenverfolger vor dem Licht der ewigen Weisheit vom Pferd st\u00fcrzte, fiel der andere vor dem Altar der Mutter der ewigen Weisheit zu Boden. Beide erhoben sich als gl\u00fchende Verehrer Gottes und seiner heiligen Kirche.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Bitten wir die heilige Jungfrau, dass auch wir gef\u00fcgige Werkzeuge in den unergr\u00fcndlichen und staunenswerten Pl\u00e4nen der g\u00f6ttlichen Vorsehung sein d\u00fcrfen \u2013 und dass auch wir so zur Herrlichkeit des Himmels gelangen.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bildquellen:<\/p>\n<p>Sant&#8217;Andrea delle Fratte, Cappella della Madonna del Miracolo (Roma), by SteO153, CC-BY-SA-2.5, via <a href=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/b\/be\/SantAndreaFratteCappellaMadonna-SteO153.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wikimedia Commons<\/a><br \/>\nDie Marienerscheinung von Alphonse Ratisbonne, by Domenico Bartolini, Public domain, via <a href=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/2\/27\/Alphonse_Ratisbonne%2C_Erscheinung.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wikimedia Commons<\/a><br \/>\nAlphonse Ratisbonne, by Foto Franck Paris, Public domain, via <a href=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/1\/1a\/Alphonse_Ratisbonne.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wikimedia Commons<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Artikel vorlesen: https:\/\/m-i.info\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/2025-08-13_Ratisbonne.mp3 Wer als MI-Mitglied oder gl\u00e4ubiger Katholik Rom besucht, dem sei herzlich empfohlen, die eher unscheinbare Kirche Sant\u2019Andrea delle Fratte (Google Maps) aufzusuchen. Denn hier ereignete sich am 20. Januar 1842 ein gro\u00dfes Wunder: Der j\u00fcdische Bankierssohn Alphonse Ratisbonne, ein \u00fcberzeugter Gegner der Kirche, hatte eine Marienerscheinung an<a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/m-i.info\/de\/sant-andrea-delle-fratte-rom\/\">Weiterlesen &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":217,"featured_media":117702,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["entry","author-maurice","post-117676","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-unkategorisiert"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/m-i.info\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/117676","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/m-i.info\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/m-i.info\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/m-i.info\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/217"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/m-i.info\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=117676"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/m-i.info\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/117676\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":117741,"href":"https:\/\/m-i.info\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/117676\/revisions\/117741"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/m-i.info\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/117702"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/m-i.info\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=117676"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/m-i.info\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=117676"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/m-i.info\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=117676"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}