{"id":123029,"date":"2025-12-05T10:53:37","date_gmt":"2025-12-05T09:53:37","guid":{"rendered":"https:\/\/m-i.info\/?p=123029"},"modified":"2025-12-05T17:21:38","modified_gmt":"2025-12-05T16:21:38","slug":"die-unbefleckte-empfaengnis-mariens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/m-i.info\/de\/die-unbefleckte-empfaengnis-mariens\/","title":{"rendered":"Die Unbefleckte Empf\u00e4ngnis Mariens"},"content":{"rendered":"<div class=\"mdp-speaker-wrapper\">\n            Artikel vorlesen:\n            \n            \n            \n            <div class=\"mdp-speaker-box mdp-speaker-box before-content speaker-wp-default\">\n                <div class=\"mdp-speaker-player\"  data-type=\"speaker-wp-default\" data-id=\"123029\" data-src=\"https:\/\/m-i.info\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/2025-12-05_Unbefleckte_Empfaengnis.mp3\" data-download=\"1\" data-speeds=\"0.5,0.75,1,1.25,1.5\" data-share=\"\" >\n                    <audio aria-label=\"Audio von Die Unbefleckte Empf\u00e4ngnis Mariens\"class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-123029-1\" preload=\"metadata\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/m-i.info\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/2025-12-05_Unbefleckte_Empfaengnis.mp3?_=1\" \/><a href=\"https:\/\/m-i.info\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/2025-12-05_Unbefleckte_Empfaengnis.mp3\">https:\/\/m-i.info\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/2025-12-05_Unbefleckte_Empfaengnis.mp3<\/a><\/audio>\n                <\/div>\n            <\/div>\n            \n            \n            \n            \n\t\t\t<\/div><p>Was feiert die Christenheit mit diesem Festtag zu Ehren der Himmelsk\u00f6nigin &#8211; einem Festtag, den die Mutter Kirche so hoch einsch\u00e4tzt, dass er in der Liturgie sogar einen Sonntag im Advent verdr\u00e4ngt, wenn dieser Festtag, der 8. Dezember, auf den Sonntag f\u00e4llt.<\/p>\n<h2>Die feierliche Verk\u00fcndigung des Dogmas durch Papst Pius IX.<\/h2>\n<p>Feierlich wurde das Dogma der Unbefleckten Empf\u00e4ngnis von Papst Pius IX. mit der Bulle \u201eIneffabilis Deus\u201c auf der Piazza di Spagna am 8. Dezember 1854 verk\u00fcndet:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/m-i.info\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Francesco_Podesti_Proclamazione_del_dogma_dellimmacolata_concezione_1859-61_-FG.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-123031\" src=\"https:\/\/m-i.info\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Francesco_Podesti_Proclamazione_del_dogma_dellimmacolata_concezione_1859-61_-FG.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"581\" title=\"\" srcset=\"https:\/\/m-i.info\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Francesco_Podesti_Proclamazione_del_dogma_dellimmacolata_concezione_1859-61_-FG.jpg 1200w, https:\/\/m-i.info\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Francesco_Podesti_Proclamazione_del_dogma_dellimmacolata_concezione_1859-61_-FG-300x218.jpg 300w, https:\/\/m-i.info\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Francesco_Podesti_Proclamazione_del_dogma_dellimmacolata_concezione_1859-61_-FG-1024x744.jpg 1024w, https:\/\/m-i.info\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Francesco_Podesti_Proclamazione_del_dogma_dellimmacolata_concezione_1859-61_-FG-768x558.jpg 768w, https:\/\/m-i.info\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Francesco_Podesti_Proclamazione_del_dogma_dellimmacolata_concezione_1859-61_-FG-425x309.jpg 425w, https:\/\/m-i.info\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Francesco_Podesti_Proclamazione_del_dogma_dellimmacolata_concezione_1859-61_-FG-600x436.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/a><\/p>\n<p>\u201eZur Ehre der Heiligen und ungeteilten Dreifaltigkeit, zur Zierde und Verherrlichung der jungfr\u00e4ulichen Gottesgeb\u00e4rerin, zur Erh\u00f6hung des katholischen Glaubens und zum Wachstum der christlichen Religion erkl\u00e4ren, verk\u00fcnden und bestimmen wir in Vollmacht unseres Herrn Jesus Christus, der seligen Apostel Petrus und Paulus und in unserer eigenen:<\/p>\n<p>Die Lehre, dass die seligste Jungfrau Maria im ersten Augenblick ihrer Empf\u00e4ngnis durch einzigartiges Gnadengeschenk und Vorrecht des allm\u00e4chtigen Gottes, im Hinblick auf die Verdienste Christi Jesu, des Erl\u00f6sers des Menschengeschlechts, von jedem Fehl der Erbs\u00fcnde rein bewahrt blieb, ist von Gott geoffenbart und deshalb von allen Gl\u00e4ubigen fest und standhaft zu glauben.<\/p>\n<p>Wenn sich deshalb jemand, was Gott verh\u00fcte, anma\u00dft, anders zu denken, als es von uns bestimmt wurde, so soll er klar wissen, dass er durch eigenen Urteilsspruch verurteilt ist, dass er an seinem Glauben Schiffbruch litt und von der Einheit der Kirche abfiel, ferner, dass er sich ohne weiteres die rechtlich festgesetzten Strafen zuzieht, wenn er in Wort oder Schrift oder sonst wie seine Auffassung \u00e4u\u00dferlich kundzugeben\u00a0wagt.\u201c<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a><\/p>\n<p>In der gesamten Menschheitsgeschichte ist Maria der einzige Mensch, das einzige menschliche Gesch\u00f6pf, das von sich behaupten kann, ohne S\u00fcnde zu sein. Sie hat weder in ihrem Leben je eine S\u00fcnde &#8211; und w\u00e4re es auch die geringste \u2013 begangen (pers\u00f6nliche Schuld), noch war sie mit dem Makel der Erbs\u00fcnde (Erbschuld) empfangen. Sie war also als einziger Mensch schon am Beginn ihres Lebens, bei ihrer Empf\u00e4ngnis im Schoss ihrer Mutter Anna eine einzigartig begnadete Freundin Gottes, Tochter des ewigen Vaters, erf\u00fcllt mit Gnade, voll der Gnade und das nat\u00fcrlich im Hinblick auf ihre wunderbare Erw\u00e4hlung als Braut des Heiligen Geistes, Gottesmutter zu werden.<\/p>\n<p>Im Festgeheimnis der Unbefleckten Empf\u00e4ngnis geht es um das vollkommene Freisein vom Makel der Erbs\u00fcnde.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a><\/p>\n<p>Wenn ein Papst ein Dogma verk\u00fcndet, so f\u00e4llt dieses nicht vom Himmel. Er kann nur verk\u00fcnden, was in der Kirche schon immer geglaubt wurde. Alle bis dahin noch denkbaren Einw\u00e4nde verlieren mit der Proklamation des Dogmas ihre Berechtigung und wollte man an der Leugnung dieses Glaubenssatzes festhalten, w\u00fcrde man aufh\u00f6ren katholisch zu sein. Wie viele Heilige, Kirchenv\u00e4ter, Kirchenlehrer und Theologen schon in fr\u00fcheren Jahrhunderten die Unbefleckte Empf\u00e4ngnis der Gottesmutter vertreten haben, dazu lohnt es sich das Buch \u201eDie Herrlichkeiten Mariens\u201c vom hl. Alphons Maria von Ligouri zu lesen. Er f\u00fchrt wunderbar aus, wie viele Heilige, Kirchenv\u00e4ter und gro\u00dfe M\u00e4nner der Kirche dieses einzigartige Privileg der Heiligen Jungfrau schon in fr\u00fcheren Jahrhunderten vertreten haben.<\/p>\n<p>Ber\u00fchmt geworden sind jene Worte des hl. Duns Scotus (gestorben im Jahre 1308): \u201edecuit, potuit, ergo fecit\u201c (auf Deutsch: \u201eEs ziemte sich, er konnte, also hat er es gemacht\u201c), womit er die Unbefleckte Empf\u00e4ngnis unserer himmlischen Mutter begr\u00fcndete. Dies will besagen, es ziemte sich (decuit), dass Gott seinem Sohn eine makellose unbefleckte Wohnung schaffte, in seiner Allmacht konnte er dies (potuit), also hat er es getan (fecit).<\/p>\n<h2>Die Folgen der S\u00fcnde unserer Stammeltern<\/h2>\n<p>Warum dieses au\u00dferordentliche Privileg so hoch zu sch\u00e4tzen ist und warum es uns mit gro\u00dfer Freude erf\u00fcllen soll, k\u00f6nnen wir erst erahnen, wenn wir wissen, was es mit der Erbs\u00fcnde auf sich hat.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/m-i.info\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Benjamin_West_The_Expulsion_of_Adam_and_Eve_from_ParadiseFXD1-scaled.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-123039\" src=\"https:\/\/m-i.info\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Benjamin_West_The_Expulsion_of_Adam_and_Eve_from_ParadiseFXD1-scaled.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"535\" title=\"\" srcset=\"https:\/\/m-i.info\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Benjamin_West_The_Expulsion_of_Adam_and_Eve_from_ParadiseFXD1-scaled.jpg 2560w, https:\/\/m-i.info\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Benjamin_West_The_Expulsion_of_Adam_and_Eve_from_ParadiseFXD1-300x201.jpg 300w, https:\/\/m-i.info\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Benjamin_West_The_Expulsion_of_Adam_and_Eve_from_ParadiseFXD1-1024x685.jpg 1024w, https:\/\/m-i.info\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Benjamin_West_The_Expulsion_of_Adam_and_Eve_from_ParadiseFXD1-768x513.jpg 768w, https:\/\/m-i.info\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Benjamin_West_The_Expulsion_of_Adam_and_Eve_from_ParadiseFXD1-1536x1027.jpg 1536w, https:\/\/m-i.info\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Benjamin_West_The_Expulsion_of_Adam_and_Eve_from_ParadiseFXD1-2048x1369.jpg 2048w, https:\/\/m-i.info\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Benjamin_West_The_Expulsion_of_Adam_and_Eve_from_ParadiseFXD1-425x284.jpg 425w, https:\/\/m-i.info\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Benjamin_West_The_Expulsion_of_Adam_and_Eve_from_ParadiseFXD1-600x401.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Denn mit diesem Privileg ist nat\u00fcrlich auch ihre universale Mittlerschaft verbunden, ihre Macht, dem Satan den Kopf zu zertreten, alle H\u00e4resien zu \u00fcberwinden und alle ihre treuen Kinder sicher in den Hafen des Heils und der ewigen Herrlichkeit zu f\u00fchren. In Fatima wird Maria zu Lucia sagen: F\u00fcrchte dich nicht! Mein Unbeflecktes Herz wird deine Zuflucht sein und der Weg, der dich zu Gott f\u00fchrt.<\/p>\n<p>Kommen wir aber nun zu den Folgen der S\u00fcnde unserer Stammeltern und betrachten wir unsere Lage, in der wir Kinder Evas in diesem Tale der Tr\u00e4nen sind, belastet mit pers\u00f6nlichen S\u00fcnden und jenem Makel der Erbschuld:<\/p>\n<p><em>Als Gott Adam und Eva erschuf, waren diese frei von jeglichem Makel, denn Gott hat alles gut gemacht.<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\"><strong>[3]<\/strong><\/a> Er kann nichts Schlechtes, Unvollkommenes erschaffen. Adam und Eva lebten im Paradies und in der Freundschaft mit Gott. Sie konnten mit ihm sprechen. Sie lebten, wie es die Theologie ausdr\u00fcckt, im Stand der heiligmachenden Gnade. Diese war (und ist) gleichsam das Hochzeitskleid<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\"><strong>[4]<\/strong><\/a>, mit dem sie dereinst direkt in die beseligende Anschauung Gottes gelangt w\u00e4ren, h\u00e4tten sie Gottes Gebot nicht \u00fcbertreten. Alle ihre geistigen, seelischen und k\u00f6rperlichen Kr\u00e4fte waren vollkommen geordnet. In ihrem Denken und Handeln waren sie so rein, dass auch Nacktheit sie nicht verwirrt oder eine ungeordnete Begierde geweckt h\u00e4tte. Noch war ihr ganzes Leben auf die Verherrlichung Gottes ausgerichtet. <\/em><\/p>\n<p><em>Doch sollten unsere Stammeltern eine Pr\u00fcfung bestehen, so wie auch die Engel gepr\u00fcft wurden. Und bekanntlich hat sich eine gro\u00dfe Zahl von Engeln und deren Anf\u00fchrer Lucifer gegen Gott gestellt. Diese haben ihren Platz im Himmel verloren und wurden in die H\u00f6lle gest\u00fcrzt. <\/em><\/p>\n<p><em>Nachdem aber auch unsere Stammeltern die Pr\u00fcfung nicht bestanden, und von der Schlange verf\u00fchrt vom verbotenen Baum gegessen haben, war nichts mehr wie vordem. <\/em><\/p>\n<p><em><a href=\"https:\/\/m-i.info\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/2025-12-04-immaculata2-sm.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-123052 size-medium\" src=\"https:\/\/m-i.info\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/2025-12-04-immaculata2-sm-300x231.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"231\" title=\"\" srcset=\"https:\/\/m-i.info\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/2025-12-04-immaculata2-sm-300x231.jpg 300w, https:\/\/m-i.info\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/2025-12-04-immaculata2-sm-768x591.jpg 768w, https:\/\/m-i.info\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/2025-12-04-immaculata2-sm-425x327.jpg 425w, https:\/\/m-i.info\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/2025-12-04-immaculata2-sm-600x462.jpg 600w, https:\/\/m-i.info\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/2025-12-04-immaculata2-sm.jpg 780w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>F\u00fcr den \u00fcbernat\u00fcrlichen Bereich galt nun: Durch eigene Bosheit und ihre Einwilligung in die d\u00e4monische Einfl\u00fcsterung \u201eIhr werdet sein wie Gott\u201c (1 Mos3,5) verloren sie die heiligmachende Gnade, dieses Hochzeitskleid, das sie als Kinder Gottes und Erben des Himmels ausgewiesen hatte. <\/em><\/p>\n<p><em>Aber auch im nat\u00fcrlichen Bereich waren die Folgen schrecklich. Die menschliche Natur war verwundet, der Verstand verdunkelt, der Wille schwach und zum B\u00f6sen geneigt, die Triebe und Leidenschaften im Aufruhr gegen das eigene Ich. Adam und Eva mussten das Paradies verlassen und es w\u00fcrde sich die Verhei\u00dfung erf\u00fcllen, dass sie sterben m\u00fcssten. Mit der S\u00fcnde kamen der Tod, Krankheit, M\u00fchsal und Plage in die Welt. Die Frau sollte ihre Kinder in Schmerzen geb\u00e4ren, der Mann sollte in m\u00fchseliger Arbeit im Schwei\u00dfe seines Angesichts Acker und Feld bearbeiten und sein Brot verdienen. Schon mit Kain und Abel sollte es zum ersten Brudermord kommen. Bis auf den heutigen Tag leidet die Menschheit unter Krieg, Naturkatastrophen<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\"><strong>[5]<\/strong><\/a>, Seuchen, Hungersnot und einem unab\u00e4nderlichen Todeslos. Ohne die Gnadenhilfe Gottes findet sich die Menschheit heute in einem unerh\u00f6rten Sumpf von Schamlosigkeit und Unzucht &#8211; selbst Missbrauch von Kindern &#8211; und in den Krallen schrankenloser Habsucht und ungez\u00fcgeltem Machtstreben und einem offenen Kampf gegen die Sch\u00f6pfungsordnung Gottes.<\/em><\/p>\n<p><em>Doch Gott hat in seiner Barmherzigkeit und Liebe mit dem gefallenen Menschengeschlecht schon bei der Vertreibung aus dem Paradies einen Erl\u00f6ser verhei\u00dfen. So hei\u00dft es in Gen 3,15, wo Gott zur Schlange spricht: \u00abFeindschaft will ich setzen zwischen dir und der Frau, zwischen deinem Samen und ihrem Samen. Sie wird dir den Kopf zertreten und du wirst ihrer Ferse nachstellen.\u00bb<\/em><\/p>\n<p><em>In der Kirche wird Maria<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\"><strong>[6]<\/strong><\/a> schon seit jeher (explizit durch den hl. Iren\u00e4us von Lyon, gest. 202n. Chr.) \u00a0als die neue Eva gesehen, die von Gott die Macht erhalten hat, durch die Freiheit von jeglichem Makel der S\u00fcnde, dem Satan den Kopf zu zertreten. Denn \u00fcber sie hatte (und wird niemals haben) der Todfeind des Menschengeschlechts niemals Macht. Selbstverst\u00e4ndlich stammt alle ihre Gnadenf\u00fclle und Macht von ihrem Sohn, der durch seinen Tod am Kreuz uns Erl\u00f6sung und Befreiung von Schuld und S\u00fcnde verdient und mit dem himmlischen Vater vers\u00f6hnt hat. <\/em><\/p>\n<p>Seit dem Kommen unseres Erl\u00f6sers wird die Erbschuld durch die Taufe getilgt und wir werden wieder zu Kindern Gottes. Doch bleiben in uns die Folgen der Erbs\u00fcnde, die Last von Krankheit und M\u00fchsal, unsere Begierlichkeit, unsere Neigung zum B\u00f6sen, unser verdunkelter Verstand, der es notwendig macht, dass wir in diesem Tr\u00e4nental einen best\u00e4ndigen Kampf gegen unsere verwundete Natur und auch gegen die Versuchungen des Teufels f\u00fchren m\u00fcssen.<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a><\/p>\n<h2>Der Makel der Erbs\u00fcnde<\/h2>\n<p>Da unsere Stammeltern die Freundschaft mit Gott verloren hatten, das hochzeitliche Kleid \u2013 die heiligmachende Gnade \u2013 nicht mehr besa\u00dfen, konnten sie demnach auch nicht weitergeben, was sie selbst nicht mehr besa\u00dfen. So werden wir nun geboren, ohne Kinder Gottes und Erben des Himmels zu sein. Vielmehr stehen wir unter dem Einfluss des Teufels, des Widersachers Gottes und des Feindes des Menschengeschlechts.<\/p>\n<p>Erst die Taufe schenkt uns die Gnade wieder, sodass wir erst durch dieses Sakrament wieder zu Kindern Gottes werden. Darum ist es verst\u00e4ndlich, wenn in fr\u00fcheren Jahrhunderten die Angeh\u00f6rigen ein Neugeborenes oft noch am Tage der Geburt in die Kirche nahmen, um es taufen zu lassen, um es zu einem Kind Gottes zu machen. Wenn ein getauftes Kind<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a>, das noch nicht das Vernunftalter erreicht hatte, starb, so hat die Kirche in den vergangenen Jahrhunderten eine Engelsmesse<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a> gelesen und kein Requiem, denn es war klar, dass es unmittelbar in die Anschauung und Herrlichkeit Gottes eingegangen ist, der Makel der Erbs\u00fcnde durch die Taufe abgewaschen und damit mit dem hochzeitlichen Gewand der Gnade bekleidet und nat\u00fcrlich frei von pers\u00f6nlicher S\u00fcnde.<\/p>\n<h2>Anhang: Gebet des hl. Alphons Maria von Ligouri<\/h2>\n<p>(aus dem Buch \u201e<a href=\"https:\/\/www.sarto.de\/die-herrlichkeiten-mariens\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Die Herrlichkeiten Mariens<\/a>\u201c S.267<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a>)<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.sarto.de\/die-herrlichkeiten-mariens\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-73324\" src=\"https:\/\/m-i.info\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Bildschirmfoto-2022-07-30-um-14.10.27.png\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"302\" title=\"\" srcset=\"https:\/\/m-i.info\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Bildschirmfoto-2022-07-30-um-14.10.27.png 297w, https:\/\/m-i.info\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Bildschirmfoto-2022-07-30-um-14.10.27-198x300.png 198w\" sizes=\"(max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><\/a>O meine Unbefleckte Herrin\u201a ich freue mich mit dir, mit solcher Reinheit dich ausgestattet zu erblicken. Ich danke und will immer Dank sagen unserem Sch\u00f6pfer, dass er dich vor jeder Makel der Schuld bewahrte. Ich bin fest davon \u00fcberzeugt und bin bereit und schw\u00f6re, f\u00fcr dieses so erhabene und ganz einzige Vorrecht deiner Unbefleckten Empf\u00e4ngnis selbst mein Leben, so es gefordert w\u00fcrde, hinzugeben.<\/p>\n<p>Ich w\u00fcnschte, dass die ganze Welt dich erkenne und bekenne als die sch\u00f6ne <em>Morgenr\u00f6te<\/em>, immer geschm\u00fcckt mit dem g\u00f6ttlichen Licht, als die auserlesene Arche des Heiles, die vor dem allgemeinen Schiffbruch der S\u00fcnde bewahrt blieb, als jene vollkommene und unbefleckte Taube, f\u00fcr welche dein g\u00f6ttlicher Br\u00e4utigam dich erkl\u00e4rte, als den verschlossenen Garten der Wonne Gottes, als die versiegelte Quelle, wohin nie der Feind, sie zu tr\u00fcben, gedrungen ist, endlich als die wei\u00dfe Lilie, die du allein unter den Dornen der Adamskinder, die alle schuldbefleckt und in Feindschaft Gottes geboren werden, ganz rein, ganz strahlend wei\u00df als Freundin deines Sch\u00f6pfers geboren bist.<\/p>\n<p>Gestatte, dass ich dich lobe in den Worten deines Gottes, \u201e<strong>ganz sch\u00f6n bist du und kein Makel ist in dir\u201c. <\/strong><\/p>\n<p>O reinste Taube, ganz wei\u00df, ganz sch\u00f6n, immerw\u00e4hrende Freundin Gottes! O wie sch\u00f6n bist du, meine Freundin, wie sch\u00f6n bist du. Ach s\u00fc\u00dfeste, liebensw\u00fcrdigste, Unbefleckte Jungfrau Maria, so sch\u00f6n in den Augen deines Herrn. Verschm\u00e4he nicht, mit deinen barmherzigen Augen die h\u00e4sslichen Wunden meiner Seele anzuschauen. Siehe mich an, erbarme dich meiner und heile mich!<\/p>\n<p>O sch\u00f6ner Magnet der Herzen, ziehe auch mein elendes Herz zu dir! Du bist vom ersten Augenblick des Lebens so rein und sch\u00f6n vor Gott, erbarme dich meiner, der ich in S\u00fcnde geboren, auch nach der Taufe noch meine Seele mit Schuld befleckt habe.<\/p>\n<p>Der dreieinige Gott, der dich zur Tochter, Mutter und Braut erkor, vor jedem Makel dich bewahrte, in seiner Liebe allen Gesch\u00f6pfen dich vorzog, welche Gnade wird er dir verweigern?\u00a0 Unbefleckte Jungfrau, du hast mich zu retten, rufe ich mit dem heiligen Philipp Neri. Bewirke, dass ich deiner stets gedenke, und vergiss meiner nicht!<\/p>\n<p>Mir ist es wie tausend Jahre, bis ich zum Anblick deiner Sch\u00f6nheit ins Paradies gelangen darf, um dich ewig zu lobe und zu lieben, meine Mutter, meine K\u00f6nigin, meine Geliebte, sch\u00f6nste, s\u00fcsseste, reinste, Unbefleckte Maria. Amen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Textquellen und Verweise:<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> https:\/\/katholisches.info\/2014\/12\/08\/tota-pulchra-es-maria\/<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> https:\/\/katholisches.info\/2014\/02\/24\/vom-episkopalen-pastor-zum-katholischen-priester-bekehrung-durch-die-unbefleckte-empfaengnis\/<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Im Sch\u00f6pfungsbericht aus der Genesis heisst es dann im Anschluss an die Erschaffung des Menschen. \u00abUnd Gott sah alles, was er gemacht hatte, und es war <strong>sehr<\/strong> gut.\u00bb (Gen 1,31)<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Im Gleichnis vom K\u00f6nig, der seinem Sohne Hochzeit hielt, zeigt sich, dass die Geladenen nicht w\u00fcrdig waren. Und der K\u00f6nig fordert nun seine Diener auf, an den Wegen und Strassen alle\u00a0 einzuladen, denen sie begegneten. Im Hochzeitssaal mustert dann der K\u00f6nig seine G\u00e4ste. Dabei trifft er auf einen, der kein hochzeitliches Gewand hat. Er befiehlt den Dienern, diesen an H\u00e4nden und F\u00fcssen zu binden und in die Finsternis hinauszuwerfen, wo Heulen und Z\u00e4hneknirschen herrscht. (Mt 22,1ff)<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Auch die (vernunftlose) Sch\u00f6pfung war durch den Frevel der S\u00fcnde in Mitleidenschaft gezogen.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> In seinem Goldenen Buch f\u00fchrt der Heilige Ludwig Maria Grignon von Montfort den ergreifend sch\u00f6nen, tr\u00f6stenden und gewaltigen Gedanken aus, dass Satan in einer gewissen Weise Maria mehr f\u00fcrchtet als Gott, weil die Dem\u00fctigung und Schande, von einer einfachen Magd besiegt zu werden, ihn in seinem Stolz noch mehr trifft, als wenn Gott selbst ihn besiegt.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> W\u00fcrde die Taufe auch die Folgen der Erbs\u00fcnde tilgen, sodass wir ohne M\u00fchsal, Krankheit und dem dr\u00fcckenden Los unseres Todes leben k\u00f6nnten, so w\u00fcrden viele, ja die meisten Menschen sich nicht aus Liebe zu Gott taufen lassen, sondern aufgrund der offensichtlichen Vorteile. Indem wir in dieser Welt einen Kreuzweg gehen m\u00fcssen, wird unser Glaube auf Standhaftigkeit gepr\u00fcft und wir zeigen, dass wir aus aufrichtiger Liebe zu unserem Gott und Heiland handeln, so wie er ja selbst den Kreuzweg uns vorausgegangen ist.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> Was mit einem ungetauften Kind passiert, ist zwar nicht dogmatisiert, doch war die vorherrschende theologische Ansicht in der Kirche die Lehre \u00fcber den Limbus. An diesen kamen die ungetauften Kinder. Dort mussten sie keinerlei Strafe erleiden, denn sie hatten ja keinerlei pers\u00f6nliche Schuld. Sie k\u00f6nnen dort eine nat\u00fcrliche Gl\u00fcckseligkeit geniessen, leben aber nicht in der \u00fcbernat\u00fcrlichen Anschauung Gottes. Somit ist es von den zust\u00e4ndigen Personen ein schweres Vers\u00e4umnis, einem solchen unschuldigen Wesen die Taufe vorzuenthalten.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> Heute nach der Liturgiereform scheint das anders zu sein, wie Pater Recktenwald in einem beeindruckende Artikel in Summorum ponitficum ausf\u00fchrt:\u00a0https:\/\/summorum-pontificum.de\/cont_articles\/25\/m11\/01_santo-subito.html<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> Der heilige Alphons Maria von Ligouri schrieb diese Zeilen 100 Jahre vor der Verk\u00fcndigung des Dogmas von der Unbefleckten Empf\u00e4ngnis<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bildquellen:<\/p>\n<ul>\n<li>Bartolom\u00e9 Esteban Murillo, Public domain, via Wikimedia Commons<\/li>\n<li>Fabrizio Garrisi, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons<\/li>\n<li>Adam und Eva, Benjamin West, Public domain, via Wikimedia Commons<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Artikel vorlesen: https:\/\/m-i.info\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/2025-12-05_Unbefleckte_Empfaengnis.mp3 Was feiert die Christenheit mit diesem Festtag zu Ehren der Himmelsk\u00f6nigin &#8211; einem Festtag, den die Mutter Kirche so hoch einsch\u00e4tzt, dass er in der Liturgie sogar einen Sonntag im Advent verdr\u00e4ngt, wenn dieser Festtag, der 8. Dezember, auf den Sonntag f\u00e4llt. Die feierliche Verk\u00fcndigung des Dogmas<a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/m-i.info\/de\/die-unbefleckte-empfaengnis-mariens\/\">Weiterlesen &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":9,"featured_media":123060,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["entry","author-paul","post-123029","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-unkategorisiert"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/m-i.info\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/123029","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/m-i.info\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/m-i.info\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/m-i.info\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/9"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/m-i.info\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=123029"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/m-i.info\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/123029\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":123068,"href":"https:\/\/m-i.info\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/123029\/revisions\/123068"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/m-i.info\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/123060"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/m-i.info\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=123029"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/m-i.info\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=123029"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/m-i.info\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=123029"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}