{"id":123910,"date":"2026-01-21T21:39:08","date_gmt":"2026-01-21T20:39:08","guid":{"rendered":"https:\/\/m-i.info\/?p=123910"},"modified":"2026-01-22T07:38:28","modified_gmt":"2026-01-22T06:38:28","slug":"23-januar-fest-maria-vermaehlung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/m-i.info\/de\/23-januar-fest-maria-vermaehlung\/","title":{"rendered":"23. Januar \u2013 Fest Maria Verm\u00e4hlung"},"content":{"rendered":"<div class=\"mdp-speaker-wrapper\">\n            Artikel vorlesen:\n            \n            \n            \n            <div class=\"mdp-speaker-box mdp-speaker-box before-content speaker-wp-default\">\n                <div class=\"mdp-speaker-player\"  data-type=\"speaker-wp-default\" data-id=\"123910\" data-src=\"https:\/\/m-i.info\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/2026-01-20-Die-Vermaehlung-Mariens-web.mp3\" data-download=\"1\" data-speeds=\"0.5,0.75,1,1.25,1.5\" data-share=\"\" >\n                    <audio aria-label=\"Audio von 23. Januar \u2013 Fest Maria Verm\u00e4hlung\"class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-123910-1\" preload=\"metadata\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/m-i.info\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/2026-01-20-Die-Vermaehlung-Mariens-web.mp3?_=1\" \/><a href=\"https:\/\/m-i.info\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/2026-01-20-Die-Vermaehlung-Mariens-web.mp3\">https:\/\/m-i.info\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/2026-01-20-Die-Vermaehlung-Mariens-web.mp3<\/a><\/audio>\n                <\/div>\n            <\/div>\n            \n            \n            \n            \n\t\t\t<\/div><p><strong>Warum die Verm\u00e4hlung Mariens mit dem heiligen Josef kein Randthema der Heilsgeschichte ist: <\/strong><strong>Die Ehe von Maria und Josef war weit mehr als eine formale Absicherung \u2013 sie war von Gott selbst gewollt und ganz auf Christus hingeordnet. Warum Jesus einen gesetzlichen Vater brauchte, weshalb diese Ehe Urbild der christlichen Ehe ist und welche verborgene heilsgeschichtliche Tiefe sich in ihr offenbart, beleuchtet unser neuer Artikel.<\/strong><\/p>\n<h3><strong><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-123919 alignleft\" src=\"https:\/\/m-i.info\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Raffael-209x300.png\" alt=\"\" width=\"209\" height=\"300\" title=\"\" srcset=\"https:\/\/m-i.info\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Raffael-209x300.png 209w, https:\/\/m-i.info\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Raffael-383x550.png 383w, https:\/\/m-i.info\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Raffael.png 393w\" sizes=\"(max-width: 209px) 100vw, 209px\" \/><\/strong>Die Verm\u00e4hlung Mariens mit dem heiligen Josef \u2013 ein Schl\u00fcsselgeheimnis der Heilsgeschichte<\/h3>\n<p>Nach der weisen Vorsehung Gottes sollte sein eingeborener Sohn nicht als Kind einer alleinstehenden Mutter in die Welt treten. In der geschichtlichen und rechtlichen Situation des damaligen Judentums w\u00e4re dies kaum m\u00f6glich gewesen, ohne den Messias schwerem Verdacht auszusetzen. Eine uneheliche Geburt h\u00e4tte nicht nur den Ruf Jesu belastet, sondern auch seine Anerkennung als der verhei\u00dfene Sohn Davids unm\u00f6glich gemacht. Denn nach j\u00fcdischem Recht wurde die Abstammung ausschlie\u00dflich \u00fcber den Vater vermittelt \u2013 unabh\u00e4ngig davon, ob es sich um einen leiblichen oder einen gesetzlichen Vater handelte.<\/p>\n<p>Aus diesem Grund musste Jesus wenigstens vor dem Gesetz einen Vater haben. Ebenso musste Maria rechtm\u00e4\u00dfig verheiratet sein, auch wenn ihre Ehe jungfr\u00e4ulich blieb. Hier liegt die einzigartige und heilsgeschichtlich unverzichtbare Sendung des heiligen Josef. Gott bestimmte ihn dazu, der wahre Ehemann Mariens und der gesetzliche Vater Jesu zu sein. Ohne Josef w\u00e4re die Menschwerdung Christi in der geschichtlichen Ordnung Israels nicht in der von Gott gewollten Weise offenbar geworden.<\/p>\n<p>Die Kirche hat daher niemals gelehrt, die Ehe zwischen Maria und Josef sei lediglich ein Schutz- oder Zweckb\u00fcndnis gewesen. Die Heilige Schrift bezeichnet Maria ausdr\u00fccklich als die Angetraute Josefs und berichtet von ihrer Heimf\u00fchrung. Es handelte sich um eine echte, g\u00fcltige Ehe, gegr\u00fcndet auf gegenseitige Liebe und Treue. Zugleich war diese Ehe einzigartig: Sie war von Gott selbst angeordnet und hatte ihre ganze Erf\u00fcllung ausschlie\u00dflich in Christus. Der heilige Thomas von Aquin bringt dies auf den Punkt, wenn er erkl\u00e4rt, diese Ehe sei geschlossen worden, \u201edamit jene heilige Frucht in ihr empfangen und erzogen werde\u201c.<\/p>\n<h3>Urbild der christlichen Ehe<\/h3>\n<p>Aus der Ehe Mariens und Josefs ergibt sich eine tiefe Aussage \u00fcber das Wesen der christlichen Ehe \u00fcberhaupt. Jede Ehe zwischen Getauften steht in einer \u00fcbernat\u00fcrlichen Beziehung zu Christus. Wer Ehe nur als eine weltliche Einrichtung versteht, verfehlt ihren eigentlichen Sinn. In dieser rein irdischen Gestalt h\u00e4tte Christus sie niemals zur W\u00fcrde eines Sakramentes erhoben.<\/p>\n<p>Der Apostel Paulus spricht deshalb vom \u201egro\u00dfen Geheimnis\u201c der Ehe \u2013 und f\u00fcgt ausdr\u00fccklich hinzu: \u201ein Christus\u201c. Christliche Ehe ist in ihrem innersten Wesen darauf ausgerichtet, dass Christus in ihr Gestalt gewinnt und heranreift. Dies geschieht auf zweifache Weise: Zum einen dadurch, dass die Ehe der Weitergabe des Lebens und des Glaubens dient und so neue Glieder in den mystischen Leib Christi, die Kirche, aufgenommen werden. Zum anderen dadurch, dass im gemeinsamen Leben, im gegenseitigen Tragen, Helfen und Belehren, das Bild Christi in den Seelen der Eheleute selbst immer klarer ausgepr\u00e4gt wird.<\/p>\n<p>In diesem Sinn ist die Ehe zwischen Maria und Josef das vollkommene Vorbild jeder christlichen Ehe. Sie zeigt, dass Ehe nicht Selbstzweck ist, sondern auf Christus hingeordnet bleibt.<\/p>\n<h3>Maria und das Gel\u00fcbde der Jungfr\u00e4ulichkeit<\/h3>\n<p>Eine der gr\u00f6\u00dften Gnaden, die Gott der seligsten Jungfrau Maria verlieh, bestand darin, dass er sie die Jungfr\u00e4ulichkeit als Lebensstand erw\u00e4hlen lie\u00df. Nach der Lehre der Kirchenv\u00e4ter legte Maria, die bis zu ihrer Verm\u00e4hlung mit anderen Jungfrauen am Tempel lebte, ein Gel\u00fcbde der Jungfr\u00e4ulichkeit ab. Der heilige Augustinus bemerkt, dass von ihr die W\u00fcrde der geweihten Jungfr\u00e4ulichkeit ihren Ausgang nahm. Der heilige Ambrosius nennt sie \u201edie erste ihres Geschlechtes, die die Fahne der heiligen Jungfr\u00e4ulichkeit aufgerichtet hat\u201c.<\/p>\n<p>Bemerkenswert ist, dass es im Alten Bund kein ausdr\u00fcckliches Gesetz und kein Vorbild f\u00fcr ein solches Leben gab. Maria wusste dennoch, dass diese Lebensform Gott gefiel. Da sie ohne Erbs\u00fcnde empfangen war, war ihr Wille vollkommen auf den Willen Gottes ausgerichtet. Gott selbst wirkte in ihr die Erkenntnis und den Wunsch nach dieser besonderen Hingabe.<\/p>\n<p>Maria legte dieses Gel\u00fcbde ab, noch bevor sie wusste, zu welch einzigartiger Aufgabe sie auserw\u00e4hlt war. Dennoch entsprach es den gesellschaftlichen Gegebenheiten Israels nicht, dass eine junge Frau unverheiratet blieb. So wurde Maria mit Josef verm\u00e4hlt, den das Evangelium ausdr\u00fccklich als \u201egerechten Mann\u201c bezeichnet.<\/p>\n<h3><strong><img decoding=\"async\" class=\" wp-image-123911 alignright\" src=\"https:\/\/m-i.info\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/St.Josef_-130x300.png\" alt=\"\" width=\"163\" height=\"376\" title=\"\" srcset=\"https:\/\/m-i.info\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/St.Josef_-130x300.png 130w, https:\/\/m-i.info\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/St.Josef_-239x550.png 239w, https:\/\/m-i.info\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/St.Josef_.png 327w\" sizes=\"(max-width: 163px) 100vw, 163px\" \/><\/strong>Die Erw\u00e4hlung Josefs<\/h3>\n<p>Fromme \u00dcberlieferungen und mystische Schilderungen, insbesondere aus den Visionen der seligen Anna Katharina Emmerich, beschreiben die Erw\u00e4hlung Josefs auf symbolreiche Weise. Der Hohepriester erkennt im Gebet die Verbindung zur Prophezeiung des Jesaja, nach der aus der Wurzel Jesse ein Zweig hervorgehen werde. Daraufhin werden unverheiratete M\u00e4nner aus dem Stamm Davids zum Tempel gerufen. Jeder erh\u00e4lt einen Zweig, den er w\u00e4hrend Gebet und Opfer darbringen soll. Derjenige, dessen Zweig erbl\u00fcht, soll von Gott zum Br\u00e4utigam Mariens bestimmt sein.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst erbl\u00fcht keiner der Zweige. Erst als Josef, der zun\u00e4chst \u00fcbersehen worden war, in den Tempel gerufen wird, geschieht das Zeichen: Sein Zweig treibt eine wei\u00dfe Bl\u00fcte, und ein Licht wie vom Heiligen Geist kommt \u00fcber ihn. Damit wird er als der von Gott Erw\u00e4hlte erkannt.<\/p>\n<p>Maria nimmt Josef dem\u00fctig als ihren Br\u00e4utigam an, im Vertrauen darauf, dass Gott ihr Gel\u00fcbde der Jungfr\u00e4ulichkeit bewahren wird. Sie wei\u00df: Bei Gott ist nichts unm\u00f6glich.<\/p>\n<h3>Die Hochzeit und das gemeinsame Leben<\/h3>\n<p>Die Hochzeit Mariens und Josefs wird als feierliches, mehrere Tage dauerndes Fest geschildert. Verwandte, Freunde und Weggef\u00e4hrten nehmen daran teil. Besonders hervorgehoben wird die W\u00fcrde und Sch\u00f6nheit Mariens sowie die Ehrfurcht, mit der Josef ihr begegnet.<\/p>\n<p>Weitere \u00dcberlieferungen berichten, dass Josef bereits in jungen Jahren ein Keuschheitsgel\u00fcbde abgelegt hatte. Nach der Verm\u00e4hlung versprachen sich beide, in keuscher Gemeinschaft zusammenzuleben. Ihre Ehe war von gegenseitigem Respekt, geistlicher Liebe und vollkommenem Vertrauen auf Gott gepr\u00e4gt.<\/p>\n<p>Joseph begegnete Maria mit solcher Ehrfurcht, dass keinerlei irdische Begehrlichkeit in ihm Raum fand. Von ihrem Antlitz, so hei\u00dft es, strahlte ein Glanz g\u00f6ttlichen Lichtes aus, der an Mose erinnerte, als dieser vom Berg Sinai herabstieg.<\/p>\n<h3>Heilsgeschichtliche Bedeutung<\/h3>\n<p>Mit der Eheschlie\u00dfung Mariens und Josefs war der Grundstein f\u00fcr die heilige Familie gelegt. Jesus w\u00fcrde nun in eine rechtm\u00e4\u00dfige Familie hineingeboren werden und vor dem Gesetz einen Vater haben. Dadurch konnte er als Sohn Davids anerkannt werden und die messianischen Verhei\u00dfungen erf\u00fcllen.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus hatte diese Ehe auch eine verborgene heilsgeschichtliche Dimension. Weil Maria verheiratet war, erkannte der Teufel nicht, dass gerade sie die Jungfrau war, die den Erl\u00f6ser empfangen sollte. In dieser Verborgenheit wurde der Widersacher gleichsam get\u00e4uscht. Wie der heilige Bernhard von Clairvaux erkl\u00e4rt, gefiel es Gott, den Menschen auf jene Weise zu erl\u00f6sen, auf die er gefallen war: So wie durch eine Frau und einen Mann der S\u00fcndenfall kam, so sollten durch eine Jungfrau und durch Christus der Sieg \u00fcber den Teufel errungen werden.<\/p>\n<p>Die Verm\u00e4hlung Mariens mit dem heiligen Josef erweist sich damit als ein Schl\u00fcsselgeheimnis der Heilsgeschichte: unscheinbar nach au\u00dfen, aber von gr\u00f6\u00dfter Bedeutung f\u00fcr das Kommen des Erl\u00f6sers und f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis von Ehe, Jungfr\u00e4ulichkeit und g\u00f6ttlicher Vorsehung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Quellen<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>www.marianisches.de\/marienfeste\/maria-vermaehlung\/<\/li>\n<li>m-i.info\/de\/das-marienfest-maria-vermaehlung<\/li>\n<li>Anne Katharina Emmerick: Das Leben der heiligen Jungfrau Maria, Christiana-Verlag, 1.Auflage 2018, S. 153ff<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Bildquellen<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Raffael, Public domain, via Wikimedia Commons<\/li>\n<li>Ideefixe, CC BY-SA 4.0 &lt;https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/4.0&gt;, via Wikimedia Commons<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Artikel vorlesen: https:\/\/m-i.info\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/2026-01-20-Die-Vermaehlung-Mariens-web.mp3 Warum die Verm\u00e4hlung Mariens mit dem heiligen Josef kein Randthema der Heilsgeschichte ist: Die Ehe von Maria und Josef war weit mehr als eine formale Absicherung \u2013 sie war von Gott selbst gewollt und ganz auf Christus hingeordnet. 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