02.10.2026 – Herz-Jesu-Freitag

02.10.2026 – Herz-Jesu-Freitag

herz jesu 1Auch in diesem Monat setzten wir unsere Betrachtung über das Heiligste Herz Jesu weiter fort. Im zweiten Teil wenden wir uns den tiefen Offenbarungen zu, die der heiligen Gertrud über das göttliche Herz Jesu geschenkt wurden – und entdecken es als Quelle der Gnade, der Liebe und des Vertrauens.

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Das Heiligste Herz Jesu nach den Anschauungen der heiligen Gertrud

Immer tiefer in das Herz Jesu

In der ersten Betrachtung unserer Reihe zum Herz-Jesu-Freitag haben wir durch die heilige Seitenwunde in das liebende Herz unseres Erlösers geblickt – jene offene Pforte, durch die wir in die geheimnisvolle Tiefe seiner Liebe eintreten dürfen und in der die Seele Zuflucht, Gnade und die Fülle göttlicher Liebe findet. Doch das Geheimnis dieses göttlichen Herzens ist so groß und unerschöpflich, dass wir immer wieder neu eingeladen sind, uns ihm zu nähern und seine verborgenen Schätze zu betrachten. Zu den großen Seelen, denen die Geheimnisse des Heiligsten Herzens Jesu in besonderer Weise offenbart wurden, gehört die heilige Gertrud von Helfta.

Ihre mystischen Erfahrungen lassen uns einen tieferen Blick in die unermessliche Liebe des göttlichen Herzens tun. In ihren Offenbarungen begegnen wir dem Herzen Jesu als Schatzkammer seiner Gnaden, als Quelle göttlicher Liebe, als Altar des vollkommenen Opfers und als Zuflucht für die Seelen.

Betrachten wir daher nun, was der heiligen Gertrud über das Heiligste Herz Jesu geoffenbart wurde.

Das Herz Jesu – eine verborgene Quelle göttlicher Liebe

  1. Die Offenbarungen über das Herz Jesu

Heilige GertrudDer Lieblingsjünger Johannes, der am Fuß des Kreuzes stand und sah, wie das Herz Jesu von der Lanze der Soldaten durchbohrt wurde, war von Gott dazu auserwählt, der heiligen Gertrud von der einstigen Verherrlichung des Herzens Jesu Kenntnis zu geben.

Die Heilige fragte ihn nämlich, warum er in seinen Schriften nichts darüber berichtet habe, was er damals empfunden hatte, als er beim Letzten Abendmahl am Herzen Jesu geruht hatte. Der heilige Johannes antwortete ihr:

„Meine Aufgabe war es, für die damals gerade erst entstehende Kirche nur einiges über den Sohn Gottes, den Gast und Herrn des ewigen Vaters, zu schreiben. Gott aber hat es sich vorbehalten, die Süßigkeit und die liebevollen Worte dieses Herzens in den letzten Zeiten der Welt zu offenbaren, um die Liebe wieder zu entzünden, die zu dieser Zeit sehr erkaltet sein wird.“

Der heiligen Gertrud wurde dieses göttliche Herz wiederholt offenbart, und was sie uns darüber berichtet, ist von großer Schönheit und Anziehungskraft. Bald wurde ihr das göttliche Herz als eine Schatzkammer gezeigt, die alle Reichtümer in sich birgt, und als eine Harfe, auf der der Heilige Geist spielt und deren Töne die heiligste Dreifaltigkeit und den ganzen Himmel entzünden. Einmal erschien ihr dieses Herz wie eine reichlich sprudelnde Quelle. Ihr Wasser erquickt die Seelen im Fegfeuer, stärkt und bereichert die Menschen auf der Erde mit Gnaden und erfüllt die Seligen des Himmels mit unaussprechlicher Freude.

Ein anderes Mal erschien es ihr als ein goldenes Rauchfass, aus dem ebenso viele verschiedene Arten wohlriechenden Weihrauchs aufsteigen, wie es verschiedene Menschengruppen gibt. Der Heiligen wurde außerdem offenbart, dass das Herz Jesu ein Altar ist, auf dem die Gläubigen ihre Opfer, die Seligen des Himmels ihre Huldigung und die Engel ihre Anbetung niederlegen. Auf diesem Altar bringt sich der ewige Hohepriester selbst als Opfer dar.

Das Herz Jesu – Quelle der Vergebung und des Beistands

  1. Das Vertrauen auf die Liebe des göttlichen Herzens

Eines Tages wollte die heilige Gertrud wissen, welche der Mitteilungen, die sie erhalten hatte, für die Menschen am nützlichsten sein würde.

Da antwortete ihr der Herr:

Heilige Gertrud mit Jesus„Für die Menschen wäre es von größtem Nutzen zu wissen und immer daran zu denken, dass ich, der Sohn der seligsten Jungfrau, mich ständig vor meinem himmlischen Vater für ihr Heil einsetze.

So oft sie aus menschlicher Schwäche in ihrem Herzen sündigen, opfere ich meinem Vater mein unbeflecktes Herz auf, um für sie Genugtuung zu leisten.

So oft sie ihn durch böse Taten beleidigen, zeige ich ihm meine durchbohrten Hände. Und auf welche Weise sie auch immer sündigen: Ich besänftige den himmlischen Vater durch meine unendlichen Verdienste so sehr, dass sie immer bereitwillige Vergebung ihrer Sünden finden, wenn sie diese nur bereuen.“

Ferner wurde ihr mitgeteilt, dass dieses göttliche Herz für all unsere Fehler und Nachlässigkeiten im Dienst Gottes Ersatz leistet.

Unsere Handlungen erhalten in diesem Herzen jene Vollkommenheit und jenen Wert, durch die sie in den Augen Gottes wohlgefällig werden. Und jene Gnade, die vom Himmel auf die Erde kommt, gelangt durch das Herz Jesu zu uns.

Schließlich versicherte ihr der Herr:

„Das feste Vertrauen, das jemand auf mich setzt – das Vertrauen darauf, dass ich wirklich die Macht, die Einsicht und den Willen habe, ihm überall treu beizustehen –, verwundet mein Herz und übt auf meine Güte eine solche Macht aus, dass ich ihn keineswegs verlassen und ihm meinen Beistand nicht versagen kann.“

Die heilige Gertrud – eine besondere Vertraute des göttlichen Herzens

Eine Seele, die ganz für Gott heranreifte

Miguel Cabrera Santa Gertrudis 1763 MexicoDie heilige Gertrud wurde bereits im zarten Alter von fünf Jahren den Benediktinerinnen von Helfta bei Eisleben zur Erziehung anvertraut.

Später wurde sie von Gott in diesen Orden berufen. Dort leuchtete sie wie ein heller Stern im Glanz aller Tugenden.

In ihrer Demut hielt sie es für das größte Wunder Gottes, dass die Erde sie, das unwürdigste und sündhafteste Geschöpf, überhaupt noch trage.

Der himmlische Bräutigam vertauschte auf geheimnisvolle und unbeschreibliche Weise sein göttliches Liebesherz mit ihrem Herzen, um damit das Zeichen ihrer unauflöslichen Vereinigung mit ihm zu geben.

Deshalb versicherte er einer begnadigten Seele:

„Du findest mich an keinem Ort gewisser als im allerheiligsten Altarsakrament und im Herzen dieser meiner Braut.“

Wiederholt offenbarte der göttliche Heiland ihr sein Herz als den geheimnisvollen Herd seiner Liebe und als die Schatzkammer seiner Gnaden.

So empfing dieses süßeste Herz von ihr gewissermaßen die Erstlingsfrüchte jener zärtlichen Verehrung, die später durch die selige Margareta Maria Alacoque so vielen Millionen katholischer Herzen teuer und zum reichen Segen geworden ist.

Durch vielfaches Leiden und eine fast lebenslange Krankheit geläutert, war sie für den Himmel herangereift.

An ihrem Sterbebett erschien der göttliche Heiland zusammen mit seiner heiligen Mutter und einer Schar heiliger Jungfrauen und nahm ihre Seele in sein geöffnetes Herz auf.

Im Herzen Jesu zur ewigen Heimat

So findet die Betrachtung des Lebens der heiligen Gertrud ihren innigsten Abschluss im geöffneten Herzen ihres göttlichen Bräutigams. Was ihr während ihres Lebens in so vielen Offenbarungen gezeigt worden war – das Herz Jesu als Schatzkammer der Gnaden, als Quelle göttlicher Liebe, als Altar des vollkommenen Opfers und als Zuflucht der Seelen –, wurde für sie am Ende ihres irdischen Lebens zur ewigen Wirklichkeit.

Das Heiligste Herz Jesu, das sie auf Erden so innig verehrt und geliebt hatte, nahm sie schließlich selbst auf. In diesem geöffneten Herzen fand ihre Seele die Vollendung jener Vereinigung mit Christus, nach der sie sich ihr ganzes Leben lang gesehnt hatte.

Damit weist uns die heilige Gertrud zugleich auf das hin, was auch für jede christliche Seele das Ziel allen Strebens sein soll: immer tiefer in die Liebe des göttlichen Herzens einzudringen, ihm vertrauensvoll alle Freuden und Leiden, alle Schwächen und alle Opfer anzuvertrauen und in diesem Herzen schließlich die ewige Heimat zu finden.

Möge das Heiligste Herz Jesu auch unsere Herzen immer mehr an sich ziehen, unsere Liebe entzünden, unsere Sünden tilgen und uns durch seine Gnade immer inniger mit sich verbinden. Denn in diesem göttlichen Herzen ist die Fülle der Liebe, die Quelle aller Gnaden und die sichere Zuflucht derjenigen, die vertrauensvoll zu ihm ihre Zuflucht nehmen.

 

Bildquelle:

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Miguel_Cabrera,_Santa_Gertrudis,_1763_Mexico.jpg?uselang=de

Bild Heilige Gertrud mit Jesus – KI-generiert

https://fsspx.at/de/news/16-november-hl-gertrud-von-helfta-17822

 

Betrachtungen Herz Jesu MonatsTextquelle:

„Betrachtungen für den Herz-Jesu-Monat“ Pater Josef Alois Krebs

https://www.sarto.de/betrachtungen-fur-den-herz-jesu-monat

 

weitere Infos:

https://herz-jesu.fsspx.online/herz-jesu/herz-jesu

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