„Herz Jesu, brennender Feuerherd der Liebe“
Je näher wir dem Feuer kommen, desto stärker erfahren wir seine Wärme. Ebenso dürfen wir uns dem heiligsten Herzen Jesu nähern, um immer tiefer von seiner göttlichen Liebe erfasst zu werden.
Mit der ersten Betrachtung unserer Reihe zum Herz-Jesu-Freitag laden wir Sie ein, durch die heilige Seitenwunde in das liebende Herz unseres Erlösers einzutreten – jene offene Pforte, in der die Seele Zuflucht, Gnade und die Fülle der Liebe findet.
Die Heiligsten Herzen Jesu und Maria
Die folgenden Betrachtungstexte, die wir an den Herz-Jesu-Freitagen veröffentlichen, sollen uns helfen, uns diesem göttlichen Herzen immer mehr zu nähern und die Andacht zu seinem heiligsten Herzen zu vertiefen. Doch dürfen wir dabei das heiligste Herz Jesu und das unbefleckte Herz Mariens niemals als zwei voneinander getrennte Andachten betrachten. Ganz und immer Maria – und immer in ihr und durch sie Jesus! Im heiligsten Herzen Jesu offenbart sich die ganze Liebe Gottes zum Geschöpf, während sich im unbefleckten Herzen Mariens die vollkommene Antwort des Geschöpfes auf die Liebe Gottes offenbart. In den vereinten Herzen Jesu und Mariens erkennen wir daher gleichsam das Geheimnis der vollkommenen Vereinigung von Gott und Geschöpf – den Triumph der Liebe.
Gerade hierin liegt auch ein tiefes Geheimnis der Militia Immaculatae: Auf ihrem Zeichen sehen wir die vereinten Herzen Jesu und Mariens, und die Militia Immaculatae selbst steht gleichsam inmitten dieser beiden Herzen. Wer sich Maria ganz schenkt, wird von ihr immer tiefer zum Herzen ihres göttlichen Sohnes geführt – bis auch sein eigenes Herz von diesem Feuer der Liebe entzündet wird und er selbst zu einer brennenden Fackel wird, die Licht in die Dunkelheit dieser Zeit trägt.
Erste Betrachtung – Die heilige Seitenwunde
Die heilige Seitenwunde – Zuflucht der Seele
“Es ist unmöglich”, sagt der heilige Augustinus, “dass der Anblick meiner Sünden mich erschrecke, wenn ich mich an den Tod meines Heilandes erinnere; denn einen solchen Tod können meine Sünden nicht überwiegen. Die Nägel und die Lanze verkündigen laut, dass ich in Wahrheit mit Christo ausgesöhnt bin, wenn ich ihn nur liebe. Longinus hat mit dem Speer die Seite Christi geöffnet, dort trete ich ein und ruhe in voller Sicherheit.”
Durch die heilige Wunde zum Herzen Jesu
O “liebliche Wunde”, ruft darum der heilige Bonaventura aus, “durch dich bin ich eingedrungen in die tiefste Tiefe der Liebe Jesu Christi. Dort schlage ich meine Wohnung auf. Dort finde ich eine solche Fülle von Trost, dass ich es nicht auszusprechen vermag. O ihr blinden Adamskinder, die ihr es nicht versteht, euch Jesu vermittelst seiner heiligen Wunden zu nahen. Sehet, die Glückseligkeit der Engel erwartet uns da; die Mauer, die uns den Zugang versperrte, ist niedergerissen, und dennoch versäumt man es dort einzutreten. Glaubet mir, ihr blinden Menschenkinder, wenn ihr es verständet, durch jene heilige Wunde des Herrn euch ihm zu nahen, ihr würdet dort eine wunderbare Wohnstätte finden. Welche Wonne verkostet nicht die Seele, wenn sie sich durch diese heilige Wunde mit dem Herzen Jesu vereinigt? Ich finde keine Worte, um es auszudrücken; versucht es darum selbst, und ihr werdet dort einen Schatz finden, der alle Güter in sich enthält.
Die geöffnete Pforte des Paradieses
Sehet, die Pforte des Paradieses ist geöffnet; kein Engel mit flammendem Schwerte verwehrt uns, wie beim irdischen Paradise, den Zutritt, denn die Lanze des Soldaten hat ihn uns geöffnet. Der Schatz der Weisheit und ewigen Liebe steht uns offen; so tretet denn Alle ein durch die weite Spalte dieser göttlichen Wunde.
O glückliche Lanze, die du gewürdigt worden bist, eine solche Öffnung uns zu verschaffen! Wäre ich an der Stelle dieser Lanze gewesen, so würde ich die heilige Seitenwunde nie verlassen, sondern gesagt haben: Dies ist der Ort meiner ewigen Ruhe, hier will ich bleiben, denn ich habe ihn mir zur Ruhestätte auserwählt.
O gläubige Seele, geschaffen nach Gottes Ebenbild, warum gerätst du nicht außer dir vor Freude? Siehe, dein liebenswürdiger Bräutigam hat in seiner unendlichen Liebe seine heilige Seite öffnen lassen, damit er dir sein Herz schenken könne.”
Die heilige Seitenwunde – Quelle der Gnade
Alle Wunden unseres Heilandes sind ebenso viele Pforten des Heils, die für die ganze Welt geöffnet sind; allein die Wunde seines heiligsten Herzens steht am weitesten offen.
Alle seine Wunden sind ebenso viele Quellen, aus denen uns die Gnade zuströmt, allein die Wunde seines heiligsten Herzens ist der reinste und lieblichste Brunnquell.
Alle seine Wunden sind Zufluchtsstätten, in denen die größten Verbrecher Schutz finden: allein die Wunde seines Herzens ist die sicherste Freistätte.
Die Wunde des Herzens – ein Ruf zur Gegenliebe
Diese Wunde ist eine beredte Zunge, welche insgeheim zum Herzen redet, um uns an die Liebe zu erinnern, die Jesus zu uns getragen hat, und um unsere Gegenliebe zu verlangen.
Hören wir hierüber den heiligen Bernhard: “Dieses Herz ist verwundet worden, damit wir aus der sichtbaren Wunde die unsichtbare Wunde der Liebe erkennen. Wie konnte sich die Liebe besser offenbaren, als dadurch, dass sie nicht bloß den Leib, sondern auch sogar das Herz von der Lanze verwunden ließ.
So wollen wir denn aus allen Kräften lieben, wiederlieben und umarmen den für uns Verwundeten, dem die Gottlosen Hände und Füße, Seite und Herz durchbohrt haben; bei ihm wollen wir verweilen, damit er sich würdige, unser hartes und unbußfertiges Herz mit den Banden seiner Liebe an sich zu fesseln und mit dem Pfeil seiner Liebe zu verwunden.”
Beispiel: Der heilige Märtyrer Sanctus von Lyon
Schon in den ersten christlichen Jahrhunderten finden wir, dass die Gläubigen das am Kreuz durchbohrte Herz Jesu als die Quelle jener Gnaden ansahen, wodurch die heiligen Märtyrer im Kampfe mit den heidnischen Verfolgern zum Sieg gelangten.
So brach im Jahre 177 zu Lyon eine furchtbare Christenverfolgung aus, das Blut der Märtyrer floss in Strömen. Unter den Opfern befand sich auch ein junger Diakon, namens Sanctus, den man mit glühenden Eisenplatten so verbrannte, dass der ganze Leib des heiligen Jünglings nur eine große Wunde zu sein schien.
Der Geschichtsschreiber, der diese Begebenheit berichtet und selbst Zeuge dieser furchtbaren Marter gewesen war, erklärte seinen Starkmut in Ertragung derselben durch die Bemerkung: “Der Quell des lebendigen Wassers, der aus dem Herzen Jesu hervorgeht, hatte ihm gar sehr erfrischt und gestärkt.”
Auf diese Weise gab dieser jugendliche Märtyrer aus Liebe zu seinem göttlichen Erlöser Herz für Herz, Blut für Blut, und Leben für Leben hin.
Textquellen:
„Betrachtungen für den Herz-Jesu-Monat“ Pater Josef Alois Krebs- https://www.sarto.de/betrachtungen-fur-den-herz-jesu-monat
- https://militia-immaculatae.org/wp-content/uploads/2019/02/Pater-Direktors-Brief-Nr9.pdf
weitere Infos:
Bilder:
- https://fsspx.de/de/news/herz-jesu-verehrung-im-heiligen-jahr-2025-49399
- https://m-i.info/de/das-herzensgebet/
- letztes Bild – KI generiert




