„Deine Geburt, jungfräuliche Gottesgebärerin, hat der ganzen Welt Freude verkündet, denn aus dir ist hervorgegangen die Sonne der Gerechtigkeit, Christus, der Herr, welcher, den Fluch lösend, Segen spendete und, den Tod überwindend, ewiges Leben verlieh.“ (Antiphon der hl. Messe des Festes Mariä Geburt)
Geburtstage werden gefeiert – gerade in einer Familie ist dies normalerweise eine Selbstverständlichkeit. Ein Kind wird sich am Geburtstag seiner Mutter besonders Mühe geben, ihr eine Freude zu bereiten. Wenn wir unsere leibliche Mutter an diesem Tag ehren, dann ist es umso angemessener, an den Geburtstag der Muttergottes zu denken, die uns den Erlöser geschenkt hat. Keine Mutter kann uns je ein größeres Geschenk machen!
Eine große Besonderheit: Geburtstage in der Liturgie
Außer dem Weihnachtstag und dem Fest des heiligen Johannes am 24. Juni ist Mariä Geburt der einzige Geburtstag, den die Kirche in der Liturgie feiert.[1] Er wird genau neun Monate nach dem Fest der Unbefleckten Empfängnis (Fest am 8. Dezember) gefeiert, so wie das Weihnachtsfest genau neun Monate nach Mariä Verkündigung stattfindet.
Dass die Kirche den Geburtstag Mariens feiert, liegt daran, dass sie ohne Erbsünde geboren wurde. Die anderen Heiligen waren bei ihrer Geburt noch mit der Erbsünde befleckt und die Kirche hat daher keinen Anlass, ihre Geburtstage zu feiern.[2] Eine Ausnahme ist der heilige Johannes, der noch im Mutterschoß von der Erbschuld gereinigt wurde.
Der hl. Bernhard sagt: „Die Kirche selbst hat mich gelehrt, den Geburtstag der seligsten Jungfrau mit aller Andacht und möglichster Feierlichkeit zu begehen, und ich glaube fest mit der ganzen Kirche, dass Maria schon von dem ersten Augenblick an, in dem sie das Tageslicht erblickte, ein würdiger Gegenstand unserer Verehrung sei, da sie schon im Schoße ihrer Mutter geheiligt worden ist.“[3]
Ursprünge des Festes
Das Fest Mariä Geburt ist sehr alt. Seine Ursprünge reichen bis auf das Ende des 5. Jahrhunderts zurück und sind vermutlich auf das Weihefest der heutigen Sankt-Anna-Kirche in Jerusalem zurückzuführen. Diese Kirche wurde an der Stelle errichtet, die von alters her als Geburtsort Mariens angesehen wurde.[4]
Im 7. Jahrhundert ist das Fest neben Mariä Verkündigung, Maria Himmelfahrt und Mariä Lichtmess als eines der vier Marienfeste belegt, die zu der Zeit in Rom gefeiert wurden. Allgemeine Verbreitung fand das Fest dann im 11. Jahrhundert.[5]
Ein Grund zur Freude
In der Heiligen Schrift finden wir keinen Bericht zur Geburt Mariens. Doch eine altehrwürdige Überlieferung sagt uns, dass Joachim und Anna nach innigem Beten noch Eltern wurden und Maria bekamen.[6] Für Anna und Joachim war die Geburt der Muttergottes eine große Freude.
Auch die in der Gnade Gottes verstorbenen Patriarchen reagierten freudig auf die Nachricht, dass die Mutter des Messias schon geboren sei, da sie nun um ihre baldige Erlösung aus der Vorhölle wussten. Ebenso die Engel, die in ihr eine Königin erblicken, und die Mutter derjenigen, welche ihre Zahl ergänzen und die leeren Plätze der abtrünnigen Engel besetzen sollten.[7]
Freuen auch wir uns besonders am 8. September darüber, dass uns mit Maria die Mutter des Erlösers und unsere Königin geboren wurde. Ahmen wir ihre Tugenden nach, damit wir ihrer Fürsprache würdig werden!
Quellen:
Salvator Maschek: Katholisches Hausbuch. Zur Erbauung und Belehrung für die Familien und für die lieben Kranken, Einsiedeln/Köln 1937.
https://bistum-regensburg.de/news/brauchtum-in-ostbayern-mariae-geburt-und-mariae-namen
https://katholischglauben.info/unterricht-fuer-das-fest-mariae-geburt/
Bilder:
Die Heilige Anna und Joachim mit der Jungfrau Maria, Barbara Krafft (1819), Dorotheum, Linz, gemeinfrei.
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Barbara_Krafft_Hl_Anna_Joachim_und_Maria.jpg
Kirche St. Anna in Jerusalem, CC-BY-SA-3.0,2.5,2.0,1.0, by Berthold Werner.
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Jerusalem_St_Anna_BW_8.JPG
[1] https://bistum-regensburg.de/news/brauchtum-in-ostbayern-mariae-geburt-und-mariae-namen, letzter Aufruf am 27.08.2026.
[2] https://katholischglauben.info/unterricht-fuer-das-fest-mariae-geburt/, letzter Aufruf am 28.08.2026.
[3] Zitiert nach: https://katholischglauben.info/unterricht-fuer-das-fest-mariae-geburt/, letzter Aufruf am 28.08.2026.
[4] https://bistum-regensburg.de/news/brauchtum-in-ostbayern-mariae-geburt-und-mariae-namen, letzter Aufruf am 27.08.2026.
[5] https://bistum-regensburg.de/news/brauchtum-in-ostbayern-mariae-geburt-und-mariae-namen, letzter Aufruf am 27.08.2026.
[6] Salvator Maschek: Katholisches Hausbuch. Zur Erbauung und Belehrung für die Familien und für die lieben Kranken, Einsiedeln/Köln 1937, S. 490.
[7] https://katholischglauben.info/unterricht-fuer-das-fest-mariae-geburt/, letzter Aufruf am 28.08.2026.




