Am 12. September feiert die Kirche das Fest Mariä Namen. Für den heiligen Maximilian Kolbe war dieser Tag, den er auch als den „Namenstag der Unbefleckten“ (Namenstag der Immaculata) bezeichnete, von ganz besonderer Bedeutung. Als Ritter der Unbefleckten ist dieser Tag ein willkommener Anlass, die unermessliche Macht, den Trost und die Schönheit des Namens unserer himmlischen Königin neu zu betrachten und tief in unserem Herzen zu verankern.[1]
Schon die Kirche hat immer wieder über die Bedeutung dieses Namens nachgesonnen. Der Name Maria geht auf das hebräische „Mirjam“ zurück und wurde im Laufe der Jahrhunderte auf verschiedene Weise gedeutet. Besonders lieb war den Heiligen die Bezeichnung „Meeresstern“ (Stella Maris): Wie ein Stern den Seefahrern den Weg weist, so führt Maria die Seelen sicher durch die Gefahren und Stürme dieser Welt zu ihrem göttlichen Sohn. Darum ist ihr Name für die Christen nicht nur ein Name unter vielen, sondern ein Name voller Trost, Hoffnung und mütterlicher Nähe.
„Denk an Maria, ruf zu Maria!“
In der Lesehore des Stundengebets zu diesem Fest beten wir die berühmten Worte des heiligen Bernhard von Clairvaux: „In Gefahren, in Ängsten, in Zweifeln – denk an Maria, ruf zu Maria! Ihr Name weiche nicht aus deinem Munde, weiche nicht aus deinem Herzen!“.[2]
Pater Kolbe machte sich diese Verheißung ganz zu eigen. Er lehrte, dass wir den Namen „Maria“ in allen schwierigen, bedrohlichen Lebenslagen und bei allen inneren Sorgen anrufen sollten. So wie ein kleines Kind bei Gefahr instinktiv nach seiner Mutter ruft: „Mami, Mami!“, und sich beruhigt, sobald es unter ihrem Schutz geborgen ist, so soll sich auch die Seele vollkommen vertrauensvoll an Maria wenden. Jedes Leiden verwandelt sich durch das gläubige Aussprechen dieses süßen Namens in eine reiche Quelle der Verdienste.[3]
Ein Gradmesser des inneren Lebens
Pater Kolbe war davon überzeugt, dass unser Umgang mit dem Namen Mariens den Zustand unseres eigenen inneren Lebens widerspiegelt: „Die Vorliebe, den süßen Namen der Mutter Gottes zu benutzen, ist ein pflegliches Zeichen für das Leben der Seele“.[4]
In Niepokalanów war es feste Gewohnheit, sich gegenseitig stets mit dem Namen „Maria“ zu grüßen. Auf die Frage der Brüder, was die Muttergottes denn sage, wenn sie so gerufen werde, antwortete Kolbe mit großer Zärtlichkeit: „Wenn wir sie beim Namen nennen, dann nennt sie uns auch beim Namen“.[5]
Sie kennt jeden ihrer Ritter ganz persönlich, wacht über jeden unserer Schritte und liebt jeden von uns in jedem Augenblick, ohne Ausnahme und ohne Unterlaß.[6]
Wie feiern wir den „Namenstag der Unbefleckten“
Wie können wir als ihre Miliz dieses Fest würdig begehen und ihr an ihrem Namenstag das schönste Geschenk machen? Pater Kolbe hielt am Vortag des Festes eine Betrachtung und gab seinen Mitbrüdern eine klare, praktische Wegweisung: „Wir bringen ihr die Reinheit unseres Gewissens dar, das kristallklar und ganz sauber sein soll“.[7]
Diese innere Reinheit erreichen wir am besten, indem wir uns bemühen, jeden Augenblick als ihr treues Werkzeug zu leben, unseren eigenen Willen ganz in den Gehorsam zu geben und uns oft mit Stoßgebeten an sie zu wenden.[8]
Ein schlichtes, kindliches Ausrufen ihres Namens „Maria!“ inmitten der kleinen Pflichten des Alltags genügt, um die Seele im Feuer ihrer Liebe zu reinigen und ganz an sie anzugleichen.[9]
Ave Maria!
Bildnachweise:
- Titelbild: Ave Maria by Mart Production, via Pexels
- Maximilian Kolbe: MI-Bildarchiv
- Marienstatue by Marina M, via Pexels
- Maria Monogramm, Breznay AndrásModifications made by Subsidiary account (light, crop), CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons
Quellen:
[1] Kolbe, M. M. (2023). Impulse des hl. Maximilian M. Kolbe, S. 582, fe-Medienverlag
[2] Kolbe, M. M. (2023). Impulse des hl. Maximilian M. Kolbe, S. 640 (Konferenz 32).
[3] Kolbe, M. (1981). Briefe von 1915–1941, S. 244; Kolbe, M. (2016). Lass dich von der Immaculata führen, S. 69, W. Herbstrith & K. P. Wenzel, Bearb.; Franziskaner-Minoriten Würzburg, Hrsg.). Verlagsgesellschaft Gerhard Kaffke mbH. ISBN 3-87391-035-7
[4] Kolbe, M. M. (2023). Impulse des hl. Maximilian M. Kolbe, S. 194 (Konferenz 89).
[5] Kolbe, M. M. (2023). Impulse des hl. Maximilian M. Kolbe, S. 196 (Konferenz 90).
[6] Kolbe, M. (2016). Lass dich von der Immaculata führen, S. 69–71.
[7] Kolbe, M. (1981). Briefe von 1915–1941, S. 146–147.
[8] Kolbe, M. (2016). Lass dich von der Immaculata führen, S. 33–35.
[9] Kolbe, M. M. (2023). Impulse des hl. Maximilian M. Kolbe, S. 541–542 (Konferenz 13).




