Um die Herz-Mariä-Sühnesamstage zu begehen, müssen bestimmte Forderungen erfüllt werden. Zum heutigen Sühnesamstag setzen wir die vierteilige Reihe über diese Pflichten fort:
- Beichte,
- Kommunion,
- Rosenkranz und
- Betrachtung der Rosenkranzgeheimnisse.
Heute im Fokus: die heilige Kommunion. Zunächst betrachten wir das „Allerheiligste Altarsakrament“ an sich, danach werfen wir einen Blick auf Maria als „die eucharistische Frau“ und wenden uns zum Schluss der Sühnekommunion zu, wie sie von Unserer Lieben Frau von Fatima für die Sühnesamstage gefordert wurde.
Das Allerheiligste Altarsakrament
Christus hat nach der wunderbaren Brotvermehrung den Juden in der Synagoge zu Kapharnaum verheißen, dass er ihnen sein Fleisch zu essen und sein Blut zu trinken geben werde (Joh 6,26). Dieses Versprechen erfüllte er beim letzten Abendmahl: Er verwandelte das Brot in seinen Leib und den Wein in sein Blut und gab es den Aposteln zu genießen (Mt 26,26). Doch blieb die äußere Gestalt des Brotes bestehen, während nur die Wesenheit verwandelt wurde. „Auch das Innere der Schale eines Vogeleis verwandelt sich in ein lebendes Vöglein, und doch bleibt die äußere Schale gleich“ (hl. Thomas von Aquin).
Der Leib und das Blut Christi unter den Gestalten von Brot und Wein heißen „das allerheiligste Altarsakrament“. Das Brot, aus gemahlenen Weizenkörnern und gebacken im Feuer, versinnbildlicht den Leib Christi, der so viel gelitten hat. Das ungesäuerte Brot versinnbildlicht seine Reinheit, und seine runde Form deutet auf Gott hin, „der (wie der Kreis) keinen Anfang und kein Ende hat“ (Hebr 7,3). Der aus Trauben gepresste Wein verweist auf das Blut Christi, das aus dem Leib geflossen ist; die dem Wein beigemischten Wassertropfen bedeuten die Vereinigung von Gottheit und Menschheit in Christus. Das Altarsakrament wird im Tabernakel aufbewahrt, dem „heiligen Zelt“, das an das Zelt der Israeliten erinnert. Darauf beziehen sich die Worte: „Siehe, die Hütte Gottes bei den Menschen! ER wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein“ (Offb 21,3). So ist Christus im hl. Altarsakrament beständig gegenwärtig: „Ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt“ (Mt 28,20).
Das hl. Altarsakrament ist ein „mysterium fidei“, ein Geheimnis des Glaubens. Nur der Glaube führt zu seiner Wahrheit, da Christus unter den Gestalten von Brot und Wein verborgen ist, „um unseren Glauben zu erproben“. „Würde Christus bei der Wandlung ein Wunder wirken und könnte man mit den Augen das Fleisch Christi sehen, so würde ich doch die Augen geschlossen halten, um nicht das Verdienst des Glaubens zu verlieren“, sagt König Ludwig IX. der Heilige. Papst Johannes Paul II. bekräftigt: „Ein großes Geheimnis, das uns überragt und die Fähigkeit unseres Geistes gewiss auf die harte Probe stellt, über den Augenschein hinauszugehen. Hier täuschen sich unsere Sinne, doch der Glaube allein genügt uns, der verwurzelt ist im Wort Christi, das uns von den Aposteln überliefert wurde.“[1] Denn Christus selbst spricht: „Das ist mein Fleisch“ und „Das ist mein Blut“. Wer wollte da noch zweifeln? „Der aus nichts etwas machen konnte, kann auch etwas verändern, das schon da ist“ (hl. Ambrosius). „Der aus der Erde das Brot hervorbringt, kann auch aus Brot seinen eigenen Leib machen“ (hl. Gaudentius). Christus bestätigte überdies seine Gegenwart im hl. Sakrament im Verlauf der Jahrhunderte durch viele Wunder. Es blieben z.B. heilige Hostien im Feuer unversehrt, geraubte Hostien verbreiteten von ihrer Lagerstätte aus einen Lichtglanz, es floss Blut aus hl. Hostien, Hostien schwebten in der Luft, Christus in der Hostie nahm die Gestalt eines Kindleins oder eines Lämmchens an; manche Heilige erhielten sich einzig durch die heilige Kommunion am Leben, wie die heilige Katharina von Siena, hl. Nikolaus von der Flühe, oder die sel. Katharina von Emmerich. Auch hätte der hl. Paulus nicht sagen können, dass sich derjenige am Leibe und Blute Christi versündige, welcher die hl. Kommunion unwürdig genieße (1 Kor 11,27), wenn Christus im hl. Altarsakrament nicht wirklich zugegen wäre.
Die Eucharistische Frau – Maria und die heilige Kommunion
Die heilige Kommunion ist auch der Mittelpunkt der Verehrung des unbefleckten Herzens Mariens, obwohl es scheint, dass der Empfang des heiligsten Fleisches und Blutes unseres Herrn nicht in direktem Zusammenhang mit Unserer Lieben Frau steht. Wie also kann die heilige Kommunion das wichtigste Element IHRER Verehrung sein? Wir finden die Antwort auf diese Frage in der wundervollen eucharistischen Hymne: „Ave verum Corpus, natum de Maria Virgine – Wahrer Leib, sei uns gegrüßt, den Maria uns gebar.” Der Leib Christi, den wir in der Kommunion empfangen, wurde im Schoß der Immaculata gebildet, Leib von ihrem Leib, Blut von ihrem Blut. Ohne ihre Vermittlung gäbe es keine Eucharistie. Papst Johannes Paul II. geht sogar so weit, dass er Maria als eucharistische Frau bezeichnet, im Schreiben Ecclesia de Eucharistia – schreibt er in der Nummer 53: ” In ihrem ganzen Leben ist Maria eine »eucharistische« Frau. Die Kirche, die auf Maria wie auf ihr Urbild blickt, ist berufen, sie auch in ihrer Beziehung zu diesem heiligsten Mysterium nachzuahmen.” „Die Eucharistie ist uns gegeben, damit unser Leben, so wie das Leben Marias, ganz und gar ein Magnificat sei!“[2] Und Maria wird unserem schwachen Bemühen, um Glaube und Liebe helfen, besonders wenn wir die Sühnekommunion üben.
Was ist Sühne?
Wenn jemand einen anderen von ganzem Herzen liebt, ihn jedoch ohne gerechten Grund furchtbar verletzt hat, schmerzt das die Person im Unrecht mehr als sie ausdrücken kann, und sie wünscht, dass sie den Fehler ungeschehen machen könnte. Solch eine liebende Person würde jede Anstrengung auf sich nehmen, dem verletzten Geliebten zu beweisen, wie leid es ihr tut, ihm so etwas angetan zu haben. Sie würde gerne Schadenersatz leisten und mit Worten und Versprechen das getane Unrecht beseitigen, indem sie sich besser als je zuvor verhalten wird. Das ist Sühne!
Darum sieht sich jemand, der im Geiste der Sühne für die Sünden, die gegen das unbefleckte Herz Mariens begangen werden, zur heiligen Kommunion geht, vor Christus stehen, dem am meisten Schaden zugefügt wird, wenn jemand seine liebste Mutter beleidigt. Wir versuchen ihn zu trösten und leisten aus diesem Antrieb heraus Sühne für diese Beleidigungen.
Die Sühnekommunion
- L. Frau von Fatima verlangte die Sühnekommunion an den ersten Monatssamstagen. Das klingt zunächst abstrakt und schwer begreiflich, aber welch ein Schatz liegt in der Sühnekommunion verborgen! Im Sinne des hl. Grignion von Montfort und Maximilian Kolbe lässt sich dieser Schatz einfach heben, und jedes Kind kann dies tun.
Unmittelbar vor der hl. Kommunion sprechen wir zur heiligsten Jungfrau Maria mit diesen oder ähnlichen Worten:
„O Maria, eile meinem Unvermögen zu Hilfe. Komm Du in mein Herz, um an meiner Stelle den hehren König, Deinen göttlichen Sohn, zu empfangen, ihm alle Ehre und Liebe zu erweisen und sein Herz zu erfreuen. Bete in mir und mit mir, ja nimm mein armseliges Stammeln in Dein hehres Beten hinein. Durch den Sog Deiner Liebe erfasst, zieh mich in den Austausch Eurer Herzen hinein, damit ich fähig werde, mich Euch ganz hinzugeben, Eure Herzen zu trösten und Ersatz zu leisten für die Lieblosigkeit so vieler Sünder, mich einbegriffen.“
Können wir uns vorstellen, was dann geschieht? Nein, denn unfassbar erhabene Wunder der Gnade werden sich ereignen. Erinnern wir uns, dass in der hl. Messe das ganze Werk der Erlösung wahrhaft vergegenwärtigt wird, insbesondere die Erlöserliebe Jesu, die am Kreuz ihren Gipfelpunkt erreichte. Unter dem Kreuz stand seine heiligste Mutter, die seine Liebe aufs Vollkommenste erwiderte, indem sie sich in ihrem Herzen sehnte, all seine Leiden mit höchstmöglichen Maß zu teilen. In beiden Herzen begegnete sich die Liebe Gottes und der Schöpfung in ihrer vollendeten Einigung. Die heiligsten Herzen verschmolzen sich zu untrennbarer Einheit, ja wurden ein Herz. Da ergoss sich die ganze Fülle des Schatzes der Erlösung mit allen Verdiensten, Sühneleistungen und Gnadengaben ins unbefleckte Herz seiner Mutter, um dann aus dieser Schatzkammer bis ans Ende der Zeiten in die Welt zu fließen.
Wenn die hl. Messe die Erneuerung des Kreuzesopfers ist, dann erneuert sich in der Sühnekommunion die Begegnung der beiden Herzen Jesu und Mariä und somit eine unvorstellbare Ausgießung von Gnaden, zunächst ins Herz des Kommunikanten, der immer mehr in die Einheit dieser Herzen gezogen wird, dann aber über eine Unzahl anderer. Welch ein Glück für all jene, die den Wunsch der Gottesmutter erfüllen und die Sühnekommunion eifrig empfangen! „Die Menschen wissen nicht, wieviel Glück eine heilige Kommunion bedeutet. Wenn Engel uns beneiden können, dann würden sie uns sicher um die hl. Kommunion beneiden“ (Hl. Maximilian Kolbe).
Wie schön wäre, es wenn die Andacht der Sühnesamstage darüber hinaus auch unser alltägliches christliches Leben prägen würde und wir tägliche die Sühnekommunion aufopfern würden! Sicher ist damit auch die geistige Kommunion gemeint für alle, die nicht täglich sakramental kommunizieren können. „Jesus spricht: (…) Suche jedoch im Laufe des Tages noch viele Messen zu hören, viele Kommunionen zu empfangen. Das geht so leicht. Denke nur daran, dass auf dem weiten Erdkreis zu jeder Stunde bei Tag und Nacht das heilige Messopfer dargebracht wird… Dabei erneuere von Zeit zu Zeit die Meinung, der Messe beizuwohnen, die gerade jetzt im Augenblick gefeiert wird. Auf diese Weise stehst du im Geiste immer unter meinem Kreuz, und mein Blut träufelt den ganzen Tag auf deine Seele.“[3] So werden unsere Tage zur gelebten Sühnekommunion und wir werden in Jesus und Maria lebendige Sühneopfer in unablässiger Treue zum Willen Gottes.

Die Einfachheit der wahren Kommunion
Bei all den Ratschlägen und Hinweisen beherzigen wir aber auch was Prälat Robert Mäder in seinem Buch „Jesus der König“ zur Kommunionandacht schreibt: „Machen wir uns die kostbarste Zeit nach der heiligen Kommunion nicht so kompliziert, so umständlich, unnatürlich. Denken wir nur eines: Jesus ist da. Alles andere macht sich von selber. Und wenn dich nachher jemand fragt: Was hast du gemacht, dann sag: Vieles, in Wirklichkeit nur eines: Ich habe 15 Minuten geglaubt, gehofft, geliebt. Das ist Kommunion! Jesus und du! Jesus im Mittelpunkt der Seele! Jesus als König! Komme und sehe, wie süß der Herr ist. Aber komme alleine. Lass die Welt vor der Türe. Wenn du einmal verstehst, richtig zu kommunizieren, wirst du auch bald verstehen, richtig und heilig zu leben.“
Textquellen:
m-i.info/de/die-suehnekommunion
m-i.info/de/die-suehnekommunion-das-zweite-element-der-suehneandacht
https://fsspx.de/de/news/fatima-der-engel-der-eucharistie-und-suehnekommunion-16322
https://www.horeb.org/programm/news-beitraege/details/news/maria-und-die-eucharistie/
Pater Jaques Philippe „Wenn du um die Gabe Gottes wüsstest – lerne empfangen“, Parvis Verlag, S.124ff
Katechismus von Spirago
Tridentinischer Kalender von 2026, Cor ad Cor loquitur, Franziska Verlag
Bildquelle:
m-i.info/de/die-suehnekommunion-das-zweite-element-der-suehneandacht
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Brunn_Pfarrkirche_-_Prozessionsfahne_1.jpg?uselang=de
[1] Ecclesia de Eucharistie, §59
[2] Ecclesia de Eucharistie, §58
[3] Auszüge aus „Eucharistische Funken, Freiburg im Breisgau, 3. Bändchen, S.18f – abgedruckt im Tridentischen Kalender 2026 des Franziska Verlags





