Karfreitag: In der Schule Mariens das Leiden Christi betrachten

Karfreitag: In der Schule Mariens das Leiden Christi betrachten

Mit Maria unter dem Kreuz stehen. Das Leiden Christi betrachten – nicht von außen, sondern mit dem Herzen. Ein kurzer geistlicher Impuls über das kostbare Blut, den Kreuzweg und die stille Schule der Gottesmutter.

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„Durch Dein schmerzhaftes Leiden habe Erbarmen mit uns und mit der ganzen Welt.“

Am Karfreitag betrachtet die Kirche das Leiden und Sterben unseres Erlösers Jesus Christus. Doch wir tun dies nicht allein: Maria, die Schmerzensmutter, lädt uns ein, an ihrer Seite zu stehen. In ihrer Haltung des Glaubens, der Hingabe und des stillen Ausharrens lernen wir, das Kreuz Christi tiefer zu verstehen.

Die Kirche feiert an diesem Tag keine heilige Messe. Dennoch empfangen die Gläubigen die heilige Kommunion und vereinen sich so mit dem Opfer Jesu am Kreuz. In den Worten Jesu „Sieh da deine Mutter“ wird uns Maria als geistliche Mutter geschenkt – gerade im Angesicht des Kreuzes.

Denver Cathedral window 16b sanctuary The Crucifixion

Mit Maria das kostbare Blut Christi verehren

Unter dem Kreuz vereinte Maria ihr Leiden vollkommen mit dem Opfer ihres Sohnes. So führt sie uns auch in die Verehrung seines kostbaren Blutes, das zur Erlösung der Welt vergossen wurde.

Der heilige Kaspar del Bufalo (1786–1837), Gründer der Missionare vom Kostbaren Blut, erkannte die große geistliche Kraft dieser Hingabe. Er ermahnte die Gläubigen, das kostbare Blut Jesu dem himmlischen Vater aufzuopfern – in Vereinigung mit der inneren Opferhaltung Mariens. Eine geistliche Verheißung lautet: „Jene, die täglich ihr Tagewerk, ihre Arbeit, Opfer und Gebete mit meinem kostbaren Blut und meinen Wunden als Sühne dem himmlischen Vater aufopfern, dürfen darauf vertrauen, dass ihre Gebete im Herzen Jesu bewahrt sind und beim himmlischen Vater Gnade finden.“

Auch die heilige Brigitta von Schweden (1303–1373) betrachtete das Leiden Christi in tiefer Verbundenheit mit Maria. Ihre Gebete helfen, das Geheimnis des Karfreitags betrachtend zu durchdringen.

GasparddelBuffalo

Der Kreuzweg – an der Hand Mariens

Der Kreuzweg ist ein Weg der Nachfolge – und zugleich ein Weg, den wir geistlich an der Seite Mariens gehen dürfen. In vierzehn Stationen folgen wir Jesus von der Verurteilung bis zur Kreuzigung. Doch immer wieder begegnet uns auch seine Mutter – sei es ausdrücklich oder im stillen Mitgehen ihres Herzens. Wenn wir den Kreuzweg beten, dürfen wir uns bewusst machen: Maria kennt jeden Schritt dieses Weges. Sie lehrt uns, nicht nur äußerlich zu betrachten, sondern innerlich mitzuleiden und zu lieben. Aus der geistlichen Überlieferung wird berichtet, dass Bruder Estanislao (1903–1927) besondere Einsichten über die Fruchtbarkeit dieser Andacht empfing:

Selbst wenn jemand mehr gesündigt hat, als Gräser auf dem Feld oder Sand am Meer sind – durch das Beten des Kreuzweges wird alles ausgelöscht. Dieses Versprechen schließt jedoch nicht aus, dass schwere Sünden gebeichtet werden müssen, besonders vor dem Empfang der heiligen Kommunion.

Die Verheißungen wollen vor allem dazu ermutigen, den Kreuzweg treu und im Geist der Umkehr zu beten.

Die Verehrung des Kreuzes – mit dem Herzen der Mutter

Am Karfreitag tritt das Kreuz in den Mittelpunkt. Für Maria ist es nicht nur ein Zeichen, sondern der Ort, an dem ihr Sohn sein Leben hingibt. Wenn wir das Kreuz verehren, dürfen wir dies mit dem Herzen Mariens tun: in Dankbarkeit, in Liebe und in stiller Anbetung.

Ein überliefertes Gebet bringt diese Haltung zum Ausdruck:

„Ich verehre dich, o kostbares Kreuz,
welches mit den allerheiligsten Gliedern geschmückt
und mit dem kostbarsten Blute gefärbt wurde.

Ich bete dich an, o mein Gott,
angeheftet ans heilige Kreuz
und dasselbe aus Liebe zu mir.

Jesus, ich vertraue auf dich!“

So wird die Kreuzverehrung zu einer Schule der Liebe – geführt von jener, die ihrem Sohn bis ans Ende treu geblieben ist.

Christ on the Cross with the Virgin Mary Magdalene and Saint John by Bartolome Esteban Murillo Spanish c. 1670 oil on copper Meadows Museum Southern Methodist University DSC05301

Mit Maria unter dem Kreuz

Stehen wir heute unter dem Kreuz – nicht als Zuschauer, sondern an der Seite Mariens.
Lernen wir von ihr, in der Dunkelheit zu vertrauen und in der Stille zu lieben.

Legen wir alles in das offene Herz Jesu: unsere Schuld, unsere Sorgen, unser Leben.
Und bitten wir Maria, dass sie uns lehre, beim Kreuz zu bleiben – bis die Liebe in uns stärker wird als jedes Leid.

 

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Bildquellen:

  • Titelbild: Kreuzigung Daderot, Public domain, Wikimedia
  • Kreuzwegstation, Foto by steinchen, Pixabay-Lizenz
  • Glasbild Kreuzigung, Denver Cathedral, Workman, CC BY-SA 4.0
  • Gaspare del Bufalo, Unknown author, Public domain, Wikimedia
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