04.06.2026 Fronleichnam – Das Hochfest des Leibes und Blutes Christi

04.06.2026 Fronleichnam – Das Hochfest des Leibes und Blutes Christi

Zitat der WocheFronleichnam – das Hochfest des Leibes und Blutes Christi – ist eines der feierlichsten Feste der Kirche. In Prozessionen wird das Allerheiligste in der Monstranz durch Straßen und Orte getragen: Christus selbst zieht gleichsam durch die Welt und segnet Häuser, Familien und Menschen. Das Fest ist ein öffentliches Bekenntnis zum Glauben an die wirkliche Gegenwart Jesu im Allerheiligsten Sakrament.

Doch was geschieht, wenn Gott selbst diese Gegenwart auf außergewöhnliche Weise sichtbar macht?

1903 geschah im nordspanischen Manzaneda während einer Missionspredigt etwas Erschütterndes: In der heiligen Hostie erschien plötzlich das Jesuskind. Eine Pfarrei, die sich von Kirche und Glauben entfernt hatte, wurde tief erschüttert – und vollständig bekehrt.

Eine bewegende Geschichte über Fronleichnam, Eucharistie und ein Wunder, das niemand vergessen konnte.

Das Eucharistische Wunder von Manzaneda

Die Menschen aus dem nordspanischen Dorf Manzaneda starrten gebannt zum (inzwischen) geschlossenen Tabernakel. Niemand wagte sich zu rühren. Schliesslich musste der Missionspriester ihnen befehlen, die Kirche zu verlassen. Die Leute gehorchten, doch wagte niemand, sich umzudrehen. Um nicht etwa unehrerbietig gegenüber demjenigen zu sein, den sie soeben schauen durften, verliessen sie rückwärts mit dem Blick zum Altar die Kirche …

Was war geschehen?

Lesen wir dazu die Erzählung dieses Ereignisses, wie sie Frau Dr. Häsele in ihrem Buch «Eucharistische Wunder aus aller Welt» berichtet:

Das Jesuskind in der Missionspredigt von Manzaneda

Am 20. April 1903 wurde durch die Erscheinung des Jesuskindes in der heiligen Hostie eine ganze Pfarrei, die dem Glauben entfremdet war, bekehrt. Das Dorf Manzaneda, in der nordspanischen Diözese Astorga, wurde dadurch zum Schauplatz eines aussergewöhnlichen Ereignisses.

Der Redemptoristenpater Mariscal, der zusammen mit Pater Romero im Auftrag des Bischofs eine Volksmission hielt, berichtete:

«Bei unserer Ankunft befanden sich die Bewohner von Manzaneda in beklagenswertem geistlichem Zustand. Zwischen ihnen und ihrem Pfarrer herrschte ein heftiger Streit, weshalb sich der Geistliche ins benachbarte Filialdorf San Martino zurückgezogen hatte. Wer daran schuld war, weiss ich nicht. Sicher ist nur, dass jede Ehrfurcht vor Priestern verschwunden war. Wagte sich ein Geistlicher auf die Strasse, wurde er beschimpft und sogar mit Steinen beworfen.

Der Bischof von Astorga hoffte, eine Mission könne die Gemüter besänftigen und sandte uns nach Manzaneda. Als wir ankamen, wurden wir nicht feierlich empfangen; die Menschen beachteten uns kaum und hatten beschlossen, unseren Predigten fernzubleiben. Im Vertrauen auf Gottes Hilfe begannen wir die Mission zunächst in San Martino. Nur wenige Gläubige aus den umliegenden Weilern erschienen; aus Manzaneda kam kein einziger Erwachsener. Erst am fünften Tag kamen einige aus Neugier. Wir verloren den Mut. Ich schrieb bereits unserem Rektor, wir sollten die Mission abbrechen, da jede Mühe vergeblich scheine. Doch am folgenden Tag griff Gott selbst ein und vollbrachte in wenigen Minuten, was uns die ganze Woche nicht gelungen war.

Es war der 20. April 1903, das Fest des heiligen Toribius von Astorga. Am Morgen hatten die Kinder ihre feierliche Generalkommunion gehalten. Ich hatte sie gebeten, den Heiland innig um die Bekehrung ihrer Eltern zu bitten. Der göttliche Kinderfreund erhörte ihr Gebet. Für den Abend war eine feierliche Abbitte vor dem ausgesetzten Allerheiligsten angekündigt. Ich sollte predigen, hatte jedoch völlig meine Stimme verloren. Daher bat ich Pater Romero einzuspringen. Er fühlte sich dieser Aufgabe nicht gewachsen, besonders angesichts der schwierigen Verhältnisse. So entschied ich, er solle stattdessen über die Hölle predigen. Zu unserer Überraschung kamen diesmal viele Erwachsene – allerdings weniger aus Andacht als wegen der angekündigten prachtvollen Beleuchtung, die Kirche sollte mit 200 Kerzen beleuchtet werden. Widerwillig und oft spöttisch hörten sie die Predigt an. Als Pater Romero geendet hatte und die zahlreichen Kerzen am Altar entzündet wurden, bestieg ich die Kanzel, um die Abbitte vorzubeten. Meine Stimme war kaum hörbar. Da erfüllte plötzlich ein übernatürlicher Glanz die Kirche, sodass selbst die rund zweihundert Kerzen dagegen verblassten. Es war, als sei die Sonne aufgegangen.

Mit einem Ruck erhob sich das Volk. Aufrechtstehend blickten alle unverwandt zum Altare hin, um das Wunder zu sehen, das sich plötzlich ereignete. Mitten in die gespannte Stille hinein rief ein sechsjähriges Mädchen mit heller Stimme von der Türe her: «Ich will das Kindlein auch sehen!» Ich befahl der Kleinen zu schweigen und bat alle Anwesenden sich niederzuknien. Man gehorchte. Alles sank lautlos, wie in Ekstase, auf die Knie. Was war geschehen?

Als ich zu sprechen begann, war mir, als flüstere mir jemand die Worte des Propheten Isaias zu: „Den ganzen Tag halte ich meine Hände ausgestreckt gegen mein Volk.“ Im selben Augenblick verschwand meine Heiserkeit, und meine Stimme erhielt eine Kraft, wie ich sie nie zuvor besessen hatte. Ich fühlte, dass nicht ich sprach, sondern ein anderer durch mich.

Der heilige Peter Julian Eymard
Der heilige Peter Julian Eymard, Apostel der Eucharistie, Bild: Wikimedia: CC-BY-SA 4.0, Bendi07, Apostle of The Eucharist

Als ich jene Worte aussprach, erschien plötzlich in der Hostie das Antlitz eines Knäbleins. Zunächst hatte es die Grösse der Hostie, dann wurden Arme sichtbar und schliesslich der ganze Leib. Nun trat das Jesulein aus der Hostie hervor und stellte sich mit ausgebreiteten Armen vor die Monstranz, als wolle es alle Kinder umarmen.

Seine Brust war geöffnet, sodass man sein Herz sehen konnte. An Händen und Füssen trug es Wundmale, aus denen Blut floss. Es trug ein schneeweisses Gewand mit violetten Blumen. Der Glanz seiner Erscheinung übertraf jedes Kerzenlicht. Zwanzig Minuten lang blieb es sichtbar. Der Pfarrer, der vor dem Altar stand, sah plötzlich seinen Herrn und Gott vor sich. Seine Knie versagten ihm den Dienst. Er warf sich in seinen liturgischen Gewändern zu Boden und zitterte am ganzen Leib. Ich forderte die Kinder auf, Jesus um Vergebung für ihre Eltern zu bitten. Sie breiteten ihre Arme aus, konnten aber vor Ergriffenheit kein Wort sprechen. Das Volk hingegen antwortete wie aus einem Mund und wiederholte alles, was ich vorbetete. Mit feierlichem Ernst erneuerten diese Menschen ihren Bund mit Gott.

Schliesslich bat ich den Pfarrer, den sakramentalen Segen zu erteilen. Als er die Hostie zurücklegen wollte, zitterte er so sehr, dass er sie nicht berühren konnte. Da geschah ein zweites Wunder: Die Hostie erhob sich selbstständig aus der Monstranz, schwebte empor und senkte sich von selbst in das Ziborium. Der Pfarrer verschloss den Tabernakel und kehrte erschüttert in die Sakristei zurück. Die Menschen wollten die Kirche nicht verlassen. Erst auf meine Aufforderung hin gingen sie hinaus – jedoch rückwärts, ohne dem Altar den Rücken zuzuwenden. Die Kinder aber wurden nun gleichsam zu kleinen Propheten. Sie predigten den Erwachsenen erschütternde Worte über Gottes Gerichte. Der Erfolg der Mission war gesichert. Als am Abend die Glocke zur Versöhnung rief, zog die ganze Bevölkerung Manzanedas nach San Martino zum Pfarrer hinaus. Auf den Knien baten sie ihn um Vergebung und flehten ihn an, ins Dorf zurückzukehren.

Wie gross war unsere Freude über diese völlige Wandlung! Am nächsten Morgen drängten sich die Kinder so dicht um den Altar, dass sie kaum wegzubringen waren. Als man sie schliesslich entfernte, brachen sie in Tränen aus. Ein neunzehnjähriger Jüngling weinte bitterlich. Er hatte zwar die Erscheinung gesehen, konnte aber das Antlitz des Jesuskindes nicht erkennen. Dies bewegte ihn zu ernster Gewissenserforschung und aufrichtiger Reue. Ein alter Mann, der seinen Glauben verloren hatte, wollte seit jenem Tag kaum mehr die Kirche verlassen und beweinte seinen früheren Unglauben. Alle Pfarrangehörigen beichteten mit außergewöhnlicher Hingabe. Die Generalkommunion am Ende der Mission dauerte drei volle Stunden, da aus der ganzen Umgebung Menschen herbeieilten. Am letzten Tag, dem 27. April 1903, ließ ich aus Dankbarkeit ein feierliches Tedeum anstimmen. Und wiederum geschah ein Wunder: In dem Augenblick, als „Großer Gott, wir loben Dich“ erklang, erschien das Jesuskind erneut in der Hostie. Diesmal hatte es keine Wunden mehr; auch die violetten Blumen waren verschwunden. Sein Antlitz strahlte himmlische Freude aus. Beim letzten Vers verschwand die Erscheinung. Der Bischof von Astorga ordnete sofort eine gründliche Untersuchung an. Zeugen wurden eidlich vernommen. Schließlich veröffentlichte der Bischof das Ergebnis: „Die Erscheinung des Jesuskindes zu Manzaneda ist eine Tatsache, die nicht den geringsten Zweifel zulässt.“ Die Bewohner von Manzaneda waren davon so überzeugt, dass die Männer eine eucharistische Bruderschaft gründeten, um Tag und Nacht das Allerheiligste anzubeten. Der größte Beweis für die Echtheit der Erscheinung war jedoch die völlige Umwandlung der Gemeinde: Aus einem Volk voller Hass gegen Religion und Priester wurde eine fromme und gläubige Gemeinschaft.»

(Quelle: «La Luz de Astorga» und die katholische Tagespresse Spaniens vom April 1903; P. Manuel Traval y Roset S.J.  Prodigios Eucaristicos, Barcelona)

Soweit der Bericht von Frau Häsele.

Gott bleibt unter uns

Manchmal schenkt der liebe Gott Menschen eine besondere Gnade, wie hier diesem spanischen Dorf, damit sie zum Glauben zurückfinden können. Warum er es hier tut und anderswo nicht, wer wollte das ergründen! Wie der ungläubige Thomas dürfen die Bewohner von Manzaneda den verwundeten Heiland sehen und erhalten dadurch eine umso größere Verantwortung und Verpflichtung ein gelebtes Zeugnis für den Heiland und seine Kirche zu geben.

Aber auch die ganze Christenheit geht ja nicht leer aus, wenn Gott einen solchen historisch unanfechtbaren Beweis seiner Liebe uns hinterlässt. Dieses Geschehen kann und soll unseren Glauben stärken und unser Herz voller Freude jubeln lassen, Gott ist im Allerheiligsten Sakrament bei uns.

 

Gottheit tief verborgen, betend nah’ ich dir.

Unter den Gestalten bist du wahrhaft hier.

Sieh, mit ganzem Herzen schenk ich mich dir hin,

weil vor solchem Wunder ich nur Armut bin.

 

Augen, Mund und Hände trügen sich in dir

doch des Wortes Botschaft offenbart dich mir.

Was Gott Sohn verkündet, glaube ich allein.

Er ist selbst die Wahrheit, nichts kann wahrer sein.

 

Einst am Kreuz verhüllte sich der Gottheit Glanz

hier ist auch verborgen deine Menschheit ganz.

Beide sieht mein Glaube in dem Brote hier:

wie der Schächer ruf ich, Herr, um Gnad zu dir.

 

Kann ich nicht wie Thomas schaun die Wunden rot,

bet’ ich dennoch gläubig: «Du, mein Herr, mein Gott!»

Tief und tiefer werde dieser Glaube mein,

fester lass die Hoffnung, treu die Liebe sein.

 

Denkmal, das uns mahnet an des Herrn Tod;

du gibst uns das Leben, o lebendig Brot.

Werde gnädig Nahrung meinem Geiste du,

dass er deine Wonnen koste immerzu.

 

Gleich dem Pelikane starbst du Jesu mein,

wasch in deinem Blute mich von Sünden rein.

Schon ein kleiner Tropfen sühnet alle Schuld,

bringt der ganzen Erde Heil und Gottes Huld.

 

Jesus, den verborgen jetzt mein Auge sieht,

stille mein Verlangen, das mich heiss durchglüht:

Lass die Schleier fallen einst in deinem Licht,

dass ich selig schaue, Herr, dein Angesicht.

 

 

 

 

 

 

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