Am 15. September feiert die Kirche das Fest der sieben Schmerzen Mariens, ein Tag der Betrachtung und der geistlichen Erneuerung. Dieses Fest wurde im 17. Jahrhundert von den Serviten eingeführt und 1817 von Papst Pius VII. für die ganze Kirche bestätigt.
Die sieben Schmerzen Mariens, die an diesem Fest betrachtet werden, sind:
- Die Weissagung Simeons (Lk 2,25–35)
- Die Flucht nach Ägypten (Mt 2,13–15)
- Die dreitägige Suche nach dem verlorenen Jesus (Lk 2,41–50)
- Die Begegnung mit Jesus auf dem Kreuzweg (Lk 23,27–31)
- Die Kreuzigung und der Tod Jesu (Joh 19,25–30)
- Die Abnahme Jesu vom Kreuz (Lk 23,50–54)
- Die Grablegung Jesu (Lk 23,50–56)
Diese Schmerzen sind nicht nur historische Ereignisse, sondern geistliche Stationen, die uns helfen, das Herz Mariens zu verstehen – ein Herz, das mit dem Leiden Christi vollkommen vereint war.
Maria – die Mutter der leidenden Liebe
Pfarrer Alfons Maria Weigl, bekannt auch für den Gebetsschatz, schreibt in seinem Werk „Seine Mutter – meine Mutter“ bewegend:
„Wie schmerzvoll, wenn aus einer Familie die Mutter scheidet! Es ist, wie wenn im Haus die Sonne untergeht, die erhellende, erwärmende Sonne für alle. Es ist keine Phrase, wenn man sagt: die Mutter ist das geistig pulsierende Herz der Familie. Wäre es wohl anders, wenn der großen Gottesfamilie aller in Christus Getauften die Mutter fehlen würde? Gott gab sie ihr. Nicht zum Ausdenken, wohin wir steuerten, wenn manche Neuerer recht bekämen, die für die Gottesmutter keinen Platz mehr haben in der Kirche; die den Marienaltar aus den Gotteshäusern entfernen, ihre Bilder und Statuen auf die Speicher stellen, die Rosenkränze, Medaillen, Andachten, ja alles vertrauensvolle Beten zu ihr zurückdrängen, die ihre Erscheinungen leugnen, ihre Gnadenstätten ignorieren, ihre Botschaften sabotieren, die (um es mit einem Wort zu sagen) gegen alles Marianische sind. “ (A.M. Weigl, S. 11)
Und wie ist es heute in vielen Pfarreien im deutschsprachigen Raum? Wird nicht im Sinne der Ökumene die Mutter Gottes verbannt? Doch sie ist die Mutter Jesu, die Mutter der Kirche – und auch unsere Mutter. Sie ist die Mittlerin aller Gnaden. Wir dürfen sie niemals vergessen, geschweige denn verdrängen.
Die Heiligen haben uns stets ermahnt, Maria anzurufen, so auch beispielsweise der heilige Bernhard:
„In Gefahren und Ängsten und Zweifeln denk an Maria! Ihr Name weiche nicht aus deinem Munde, er weiche nicht aus deinem Herzen!“ (Quelle: A.M. Weigl, S. 17)
Maximilian Kolbe: Die Hingabe an Maria als Weg zur Heiligkeit

Viele Heilige sahen über Maria den sichersten Weg zur Heiligkeit, so auch der heilige Maximilian Kolbe, Gründer der Militia Immaculatae. Und wie können wir Maria näher kommen?
„Nichts bringt uns so nahe zur Immaculata heran und nichts festigt uns so sehr in der Liebe zu ihr, wie die Liebe in Verbindung mit dem Leiden aus Liebe.“
(Impulse, S. 478)
Er betonte, dass Maria uns nicht nur tröstet, sondern uns auch formt – zu Werkzeugen in ihrer Hand: „Ohne die Mutter Gottes können wir nichts zustande bringen, und alles, was wir tun, tun wir lediglich als Werkzeug in der Hand der Immaculata.“
(Impulse, S. 10)
Das Fest der sieben Schmerzen Mariens lädt uns ein, unsere eigenen Leiden mit den ihren zu vereinen. Wer mit Maria leidet, leidet nicht allein. Wer mit ihr betet, betet mit dem Herzen der Kirche. Wer sich ihr weiht, wird von ihr geführt – durch das Kreuz zur Auferstehung.
Einladung zur Betrachtung und Weihe
Die Militia Immaculatae lädt alle Mitglieder und Freunde ein, am 15. September bewusst die sieben Schmerzen Mariens zu betrachten und sich dabei erneut der Immaculata zu weihen. Denn wie der heilige Maximilian Kolbe sagte:
„Vertraut der Immaculata grenzenlos, euch selbst aber überhaupt nicht. Dann werdet ihr vieles für Gottes Ruhm vollbringen können.“ (Impulse, S. 16)
Auch können wir an diesem Tag Sühne leisten – dafür, dass Maria in vielen Pfarreien unerkannt, ungeliebt und verdrängt wurde.
Maria, Mutter der Schmerzen – bitte für uns!
Zitat-Quellen:
- M. Weigl: Seine Mutter – Meine Mutter, St. Grignionhaus Altötting, 1971
- Kolbe: Impulse, fe-Medienverlag Kisslegg, 2023
Bilderquellen:
- Titelbild: Seven Sorrows S Stefano Rotondo Roma, Alekjds, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
- Bartolomé Esteban Murillo (1617-1682) (studio of) – Mater dolorosa – 2900002 – National Trust, Public domain, via Wikimedia Commons
- Maximilian Kolbe, MI-Bildarchiv




