Der Rosenkranz hat in der Geschichte der Kirche immer wieder erstaunliche Früchte hervorgebracht. Eine der eindrucksvollsten Geschichten führt uns nach Pompei in Süditalien, wo die Gottesmutter durch den heiligen Bartolo Longo eine Stadt, die in religiöser Finsternis versunken war, zu einem Zentrum der Marienverehrung machte. Doch die Geschichte der Rosenkranzkönigin von Pompei reicht heute weit über Italien hinaus: Auch in den Vereinigten Staaten entsteht ein neues Heiligtum zu ihrer Ehre.
Im Rosenkranzmonat Oktober möchten wir dieses bemerkenswerte Beispiel der Marienfrömmigkeit traditionstreuer Katholiken in den USA vorstellen. Im Bundesstaat Florida entsteht in der Stadt Jacksonville gerade mit den Spenden der Gläubigen ein kleines Heiligtum der „Rosenkranzkönigin von Pompei“. Außerdem gedachte die Kirche am 5. Oktober des 100. Todestages des heiligen Bartolo Longo (1841–1926), der als Apostel der Novene von Pompei bezeichnet werden kann. Auch Bartolo Longo und die Novene von Pompei sollen in diesem Artikel vorgestellt werden.
Der heilige Bartolo Longo
Eines der unglaublichsten Zeugnisse für die Fähigkeit des Rosenkranzes, eine Seele vom Rande der Hölle zurückzuholen, ist das Leben des heiligen Bartolo Longo. Er wurde am 11. Februar 1841 in Süditalien in eine fromme Familie hineingeboren und zeigte von klein auf eine große Liebe zu Maria. Daneben war er mit vielen Talenten beschenkt und bereitete so seinen Eltern viel Freude.
Wer hätte gedacht, dass aus diesem frommen Jungen, der bei der Erstkommunion nach einer über einstündigen Danksagung unterbrochen werden musste, ein Diener Satans werden würde! Während der Studienzeit geriet er an schlechte Leute und ließ sich – geblendet von intellektuellem Stolz – vom damals herrschenden antiklerikalen Geist anstecken, bis er einen tiefen Hass gegen die Kirche hegte und zu einem Vorreiter der antiklerikalen Bewegung wurde.
Wo ein Vakuum entsteht, bleibt dieses nicht lange leer: Auf die Abwendung von Gott folgte die immer bewusstere Zuwendung zum Okkulten, bis er schließlich während einer makabren Zeremonie zum „Priester des Spiritismus“ geweiht wurde. Doch die Abkehr vom Katholizismus brachte ihm nicht Frieden und Glück, sondern im Gegenteil: Er fiel in eine tiefe Depression und litt unter extremen Angstzuständen.

Diese Not veranlasste ihn schließlich dazu, die Hilfe eines katholischen Priesters zu suchen. Es gelang ihm, sich vollständig vom Okkulten abzuwenden, sich zu bekehren und zur katholischen Kirche zurückzukehren. Am Fest Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz wurde er in den Dritten Orden der Dominikaner aufgenommen. Durch die Nähe des Ordens zum Rosenkranz entdeckte der heilige Bartolo Longo diesen neu und wählte den Ordensnamen Rosario.
Der „Apostel des Rosenkranzes“ wurde am 26. Oktober 1980 von Papst Johannes Paul II. selig- und am 19. Oktober 2025 von Papst Leo XIV. heiliggesprochen.
Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz von Pompei

Im Süden Italiens liegt die antike Stadt Pompei, die im Jahr 79 n. Chr. durch einen verheerenden Vulkanausbruch zerstört wurde. Jahrhundertelang blieb dieser Ort verwüstet und ohne Glauben. Als Bartolo Longo 1872 aus geschäftlichen Gründen – wie er dachte, nur für ein paar Tage – hierherkam, war das Tal von Pompei ein elender Ort voller Banditen. Das Elend und die religiöse Verkommenheit der armen Bevölkerung waren überall greifbar.
Nach drei Jahren bescheidenen Apostolates versprach Bartolo Longo dem Volk am Ende einer Missionswoche, ein Bild der Rosenkranzkönigin in der Kirche aufzustellen. In Eile fuhr er mit dem Zug nach Neapel, um fieberhaft ein Bild zu suchen. Die Vorsehung führte ihn zu Klosterschwestern, die ihm ein Bild der Rosenkranzkönigin geben wollten.
Beim Anblick erschrak er förmlich, denn das Bild war in einem erbärmlichen Zustand und alles andere als kunstvoll und ansprechend gemalt. Nur weil die verantwortliche Schwester ihn überzeugen konnte, dass die Gottesmutter durch dieses Bild Wunder wirken werde, und weil er nicht mit leeren Händen zurückfahren wollte, nahm er es mit.
Im Zug hatte das große Bild keinen Platz. So musste er es einem Kutscher mitgeben, der es zuoberst auf seinem Wagen festband – einem Wagen, der an diesem Tag voll beladen war, und zwar mit Mist! Auf einem Mistkarren wurde das Gnadenbild also nach Pompei gebracht. Selbst die arme Bevölkerung von Pompei war über dieses Geschenk enttäuscht.
Bartolo Longo bemühte sich um eine Restaurierung des Bildes. Das Ergebnis war eine wunderschöne Darstellung von Maria und dem Jesuskind, die dem heiligen Dominikus und der heiligen Katharina von Siena den Rosenkranz reichen. Als dann die ersten Wunder geschahen, begannen die Leute, das Bild zu verehren.
So erhob sich die Stadt durch die Gebete der Gläubigen und die Fürsprache Mariens aus der Asche der Finsternis, und in den Herzen der Menschen wurde eine glühende Verehrung entfacht. Was einst eine vom Feuer zerstörte Stadt war, stellte die Muttergottes durch die verwandelnde Kraft des Feuers der Liebe wieder her. Rund um das Heiligtum entstand eine „Stadt Mariens“ mit Schulen, Waisenhäusern und sozialen Einrichtungen.
Das wundertätige Bild wird heute auf der ganzen Welt verehrt und ist als Bildnis Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz von Pompei bekannt.
Eine Kirche zu Ehren der Madonna von Pompei in den USA
Eine bemerkenswerte Parallele zu Pompei findet sich heute in Jacksonville, Florida. Nachdem ein verheerender Stadtbrand im Jahr 1901 große Teile der Stadt zerstört hatte, entstand aus den Trümmern die katholische Old Holy Rosary Church. Über ihrem Eingang befindet sich ein aus Italien stammendes Relief, das die Verehrung Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz von Pompei darstellt.
Nachdem die Kirche 1986 geschlossen, profaniert und verkauft worden war, erwarb die Priesterbruderschaft St. Pius X. sie Jahrzehnte später mit dem Ziel, sie wiederherzustellen und unter dem Namen Our Lady of Pompeii Catholic Church neu zu beleben. Ein umfangreiches Renovierungsprojekt im Umfang von mehreren Millionen Dollar wurde ins Leben gerufen. Zugleich erhielt die Kirche eine der nur zwei offiziellen Nachbildungen des wundertätigen Gnadenbildes von Pompei.
So soll in Jacksonville ein neues Zentrum der Verehrung Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz von Pompei entstehen – als sichtbares Zeichen dafür, dass aus dem, was zerstört wurde, durch Gottes Gnade neues katholisches Leben erwachsen kann.
Die wundertätige Novene von Pompei
(Die Novene ist in unserem Webshop erhältlich.)
Die 54-tägige Rosenkranznovene von Pompei, auch wundertätige Novene von Pompei genannt, wie sie vom heiligen Bartolo Longo überliefert wurde, ist eine der kraftvollsten Gebetsformen der katholischen Tradition.
Bittnovene und Dankesnovene
Sie besteht aus zwei Teilen: 27 Tagen Bittnovene und 27 Tagen Dankesnovene – unabhängig davon, ob die erbetene Gnade bereits gewährt wurde. Diese Form des beharrlichen Gebets wurde durch eine Marienerscheinung bestätigt und hat seither unzählige Gläubige in schweren Lebenslagen gestärkt.
Die Rosenkranzkönigin befreit die Menschen aus ihren Nöten an Leib und Seele, wobei ihre größten Siege – wie bei Bartolo Longo – jene über teuflische Einflüsse und sündhafte Verstrickungen sind, die heute immer mehr zunehmen. Ein anerkannter Exorzist unserer Tage bezeichnet diese Novene als die größte Atombombe gegen Satan und empfiehlt, sie insbesondere in aussichtslosen Situationen zu beten, gerade auch bei Süchten und schädlichen Bindungen jeglicher Art.
Der vollständige Rosenkranz
Der Hauptbestandteil der Novene ist der vollständige Rosenkranz, auch Psalter genannt, also die überlieferten 15 Geheimnisse. Man muss nicht den ganzen Rosenkranz auf einmal beten. Die fünfzehn Gesätze können zu verschiedenen Zeiten gebetet werden, zu Hause oder im Freien, im Bett oder bei der Arbeit, ganz wie es Ihnen beliebt. Wichtig ist jedoch, dass man beim Beten des Rosenkranzes die Geheimnisse betrachtet.
Die Gebete von Bartolo Longo
Neben dem Rosenkranz sind bei dieser Novene täglich einige Gebete zu verrichten. Diese tiefsinnigen Gebete hat der heilige Bartolo Longo selbst verfasst, und zwar nicht etwa am Schreibtisch, sondern als todkranker Mann zu Füßen des Gnadenbildes Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz in der Basilika von Pompei. Er bat die Rosenkranzkönigin, dabei seine Feder zu führen und seine Texte zu approbieren.
Die Innigkeit dieser Gebete, die ihresgleichen sucht, lässt uns sowohl seine große persönliche Not als auch seine herzliche Liebe und sein großes Vertrauen zur Rosenkranzkönigin erahnen. Durch das wiederholte Beten kann sie dieselben Regungen auch in uns hervorrufen.
Die Rosenkranzkönigin – Hoffnung für unsere Zeit
Die Geschichte von Bartolo Longo, von Pompei und von der wundertätigen Novene zeigt auf eindrucksvolle Weise, welche Macht die Gottesmutter über die Herzen ihrer Kinder ausübt, wenn diese sich vertrauensvoll an sie wenden. Aus einer zerstörten Stadt wurde ein Ort des Glaubens, aus einem vom Okkulten gefangenen Menschen ein Apostel des Rosenkranzes.
Auch heute ruft uns die Rosenkranzkönigin von Pompei dazu auf, im Vertrauen auf ihre Fürsprache beharrlich zu beten. Wo menschlich vieles aussichtslos erscheint, kann der Rosenkranz zum Weg der Bekehrung, der Befreiung und der Gnade werden. Möge die Gottesmutter auch unsere Herzen immer tiefer an sich ziehen und uns durch den Rosenkranz zu ihrem göttlichen Sohn führen.
Heilige Maria, Königin des Rosenkranzes – bitte für uns!
Heiliger Bartolo Longo – bitte für uns!
Die Broschüre im MI-Webshop
Die Broschüre „Die wundertätige Novene von Pompei“, die im Webshop der Militia Immaculatae erhältlich ist, enthält:
- eine Einführung in die Geschichte und Spiritualität der Novene,
- die bewegende Lebensgeschichte Bartolo Longos – vom Satanspriester zum Apostel Mariens,
- die vollständigen Gebetstexte der Bitt- und Dankesnovene,
- die 15 Verheißungen Mariens an den hl. Dominikus über die Kraft des Rosenkranzes,
- sowie zahlreiche Zeugnisse von Wundern und Gebetserhörungen, die mit dieser Novene verbunden sind.
Diese Broschüre ist nicht nur ein Gebetsheft, sondern ein geistlicher Begleiter für alle, die in schwierigen Situationen Trost, Führung und Hilfe suchen – besonders bei Süchten, Bindungen oder scheinbar ausweglosen Lebenslagen.
Hier geht’s zur Novene erhältlich im Webshop
Ritter-Zeitschrift über Pompei
In der Ausgabe 1/2023 unserer Ritter-Zeitschrift haben wir auch über Pompei berichtet. Dies können Sie gerne nachlesen.

Falls Sie die Ritter-Zeitschrift noch nicht abonniert haben, können Sie dies hier gegen Spende tun: MI-Zeitschrift “Ritter der Immaculata” kostenlos bestellen
Text- und Bildquellen
- Broschüre „Die wundertätige Novene von Pompei“
- https://m-i.info/de/heiligsprechung-bartolo-longo/
- https://fsspx.de/de/news/eine-rosenkranzkirche-ersteht-neu-den-usa-61268
- Donald H. Calloway, MIC: „Kämpfer des Rosenkranzes“, S. 211 ff. (erhältlich bei Sarto)
- Bild Grablege: https://de.wikipedia.org/wiki/Bartolo_Longo




