Vor 85 Jahren, am 28. Mai, wurde Pater Maximilian Kolbe nach Auschwitz deportiert – an einen Ort des größten Schreckens, an einen Ort der Hölle. Viele verloren dort ihren Glauben. Pater Kolbe hingegen bezeugte ihn bis zuletzt: In der letzten Karte seines Lebens schrieb er seiner Mutter die Worte, dass „Gott an jedem Ort ist“.
Mit der Deportation beginnt für Pater Maximilian Kolbe die dritte und entscheidende Phase seines Lebens – die Zeit von Passion und Tod. Von nun an gilt er nicht mehr als Mensch, sondern nur noch als Nummer 16670.
Pater Maximilian Kolbe in Auschwitz – geführt von der Immaculata bis in den Tod
Am 28.5.1941 wird Pater Maximilian Kolbe nach Ausschwitz überführt. Wenige Tage zuvor schrieb er einen letzten Brief an seine Brüder in Niepokalanow: „Die Muttergottes liebt uns so zärtlich und wird immer für uns sorgen. Kümmert euch nicht, liebe Kinder, nichts geschieht uns ohne den Willen Gottes und ohne Wissen der Immaculata. Lassen wir uns von ihr führen, wohin sie will, und erfüllen wir unsere Pflicht voll und ganz, um mit unserer Liebe alle Seelen zu retten.“
Pater Kolbe gehört in Ausschwitz zur schrecklichsten Abteilung. Ihr Führer Krott hat dem Priester den grimmigsten Hass geschworen. Der geschwächte Häftling muss während zwei Wochen jeden Tag im Laufschritt Stämme tragen. Wenn er vor Schwäche zu Boden fällt, wird er mit Fußtritten und Fausthieben gequält. Will ein Kamerad ihm helfen, lächelt er: „Lass nur, mein Kind, setze dich nicht der Rache aus, die Immaculata hilft mir schon.“ Eines Tages sieht der Führer, wie der geschwächte Priester kaum mehr gehen kann. Nun wählt er für ihn einen besonders schweren Klotz und lädt ihn auf seine Schultern mit dem Kommando: „Vorwärts! Marsch!“ Nach einigen Schritten bricht der Priester zusammen. Wie ein Raubtier stürzt sich Krott auf ihn, tritt mit Füssen auf ihm herum und versetzt ihm Fußhiebe ins Gesicht. Wütend brüllt er: „Ich will dir zeigen, wie man arbeitet, du Faulenzer.“ Um die Mittagszeit muss sich Pater Maximilian auf einen Holzklotz legen. Vom Henkersknecht werden ihm 50 Hiebe verabreicht. Der Priester regt sich nicht mehr. Mit den Stiefeln wird er von Krott in den Straßengraben gestoßen. Dann wirft dieser Zweige über sein Opfer und kümmert sich nicht mehr darum. Die Kameraden mussten zusehen – sie durften nichts tun, denn dadurch hätten sie nur ihre eigene Lage verschlimmert. Erst am Abend tragen sie den misshandelten Körper ins Lager zurück. Nun ist er von der Waldarbeit dispensiert. Er kommt ins Sterbehaus, wo die Halbtoten zu dritt oder viert auf der gleichen Pritsche liegen, ohne Pflege, ohne Arzt, ohne Medikamente. Der Priester sucht sich den schlechtesten Platz bei der Türe aus: „Damit ich die Toten besser sehe, die man hinausträgt und für sie beten kann.“ Während 14 Tage bleibt er in diesem Block, predigt, hört Beichte, tröstet die Sterbenden… Dann kommt er in den Invalidenblock. Auch dort muss er nicht arbeiten, erhält aber nur die halbe Ration. Auch diese teilt er sehr oft an andere aus: „Sie sind hungriger als ich.“ Dann kam er in den Block 14. Als im Juli 1941 ein Häftling aus dem Block flieht, müssen 10 Gefangene den Gang in den Hungerbunker antreten. Pater Kolbe wird einer von ihnen. Er wird freiwillig für einen Familienvater in den Tod gehen.
Textquellen:
„Maximilian Kolbe, Der Märtyrer von Auschwitz“, Walter Nigg
Grosse Marienverehrer / Siebentes Bändchen, Pater Maximilian Kolbe, Der Ritter der Immaculata von Rose Berthe Krieg-Rüegg
Bildquelle:
Titelbild KI-generiert
militiaoftheimmaculata.com/short-bio-of-st-maximilian-kolbe




